Erstellt am 30. März 2015, 08:50

von Jutta Hahslinger

Behördenschreck im Zweifel freigesprochen. Nachweis gelang nicht, dass Franz Stieger den Bürgermeister mit E-Mail bedrohen wollte.

Reinhard Resch fühlte sich bedroht.  |  NOEN, ZVG

Der Kremser Franz Stieger (55) fühlt sich von Ämtern und der Justiz ungerecht behandelt und verfolgt. Seinen Unmut über seinen bislang wenig erfolgreichen und fast schon ruinösen Kampf gegen die vermeintlichen Missstände teilt er in zahlreichen E-Mails unter anderem auch dem Kremser Bürgermeister Reinhard Resch mit.

NÖN.at hatte bereits vergangene Wopche berichtet:

Am 17. September vergangenen Jahres erhielt der Stadtchef wieder einmal eine Nachricht von Stieger. Eine E-Mail mit einem brisanten Link, dessen Inhalt Resch in Unruhe versetzte.

Unter anderem hieß es darin, dass die Österreicher vor Zorn kochen und immer aggressiver werden, Richter und Staatsanwälte bedroht werden und ein Kremser Lehrer eine Gerichtsmitarbeiterin erschossen hat.

Regelmäßig Nachrichten von Herrn Stieger

„Ich erhalte regelmäßig Nachrichten von Herrn Stieger. Der Ton wurde immer intensiver und bedrohlicher. Ich kann mir vorstellen, dass der 55-Jährige bei einer Verdichtung seiner Probleme auch körperlich aggressiv werden kann. Er hat ja auch schon einen 80-Jährigen attackiert und mit Hundekot beschmiert“, erläuterte Resch seine Beweggründe der Anzeige im Zeugenstand.

Stieger will von einer gefährlichen Drohung nichts wissen. Er sei kein gewalttätiger Mensch und habe den Link von einem Vorarlberger Leidensgenossen bekommen. Den bedrohlichen Beitrag habe er erst im Nachhinein gelesen, beteuerte er.

Richterin Monika Fasching-Lattus konnte im Beweisverfahren die Verantwortung von Stieger nicht widerlegen und fällte einen Freispruch im Zweifel.