Betrug mit Äpfeln aus dem Ausland. Tschechische Äpfel gingen als heimische über Ladentisch: Kremser Obsthändler verurteilt.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 10. September 2020 (05:52)
Symbolbild

Als ein Großauftrag einer Supermarktkette platzte, drohte ein Obst- und Gemüsehändler (31) aus Krems auf einem 280 Tonnen großen Berg an tschechischen Äpfeln sitzen zu bleiben.

„Ich habe versucht, sie an den Mann zu bringen, aber niemand wollte tschechische Äpfel haben“, erklärte der Großhändler vor Gericht, und er gab zu, einen unlauteren Weg beschritten zu haben, um einigermaßen unbeschadet aus der Obst-Misere zu kommen.

Er habe in der Lieferbestätigung die AMA-Gütenummern von ahnungslosen heimischen Obstbauern vermerkt und die Endabnehmer damit über die tschechische Äpfel-Herkunft getäuscht, erläuterte der 31-Jährige, wie er mit der Fälschung des Herkunftszeugnisses aus ausländischer Ware heimische Äpfel gemacht habe. Heimische Ware, die zudem teurer als tschechische über den Ladentisch gegangen ist: Rund 28.000 Euro hat sich der Kremser mit dem Apfelschwindel ergaunert.

Der bislang unbescholtene und einsichtige Großhändler wurde wegen gewerbsmäßig schweren Betruges zu 13 Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.