Caterer Johann Reis wieder abgetaucht. Polizei griff vermissten Kremser Gastronomen am 13. November am Flughafen Schwechat auf. Jetzt fehlt vom Mitgründer des Wellenspiels schon wieder jede Spur.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 26. November 2019 (04:17)
Johann Reis wollte in St. Pölten ein eigenes Restaurant eröffnen.
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Wegen Schulden abgehauen oder psychische Probleme und deswegen untergetaucht – um den bekannten Kremser Gastronomen Johann Reis kursieren derzeit die wildesten Gerüchte.

Zur Faktenlage: Sohn Raimund (die NÖN erreichte ihn leider nicht) meldete den 55-Jährigen am 5. November bei der Polizei als vermisst. Am 13. November griff ihn die Exekutive am Flughafen Schwechat auf. Den Beamten gegenüber sagte der Mitgründer des Restaurants Wellenspiel, er habe eine Auszeit gebraucht und sei deswegen nach Dubai gereist.

 „Ich bin schon richtig ratlos. Ich habe es schon sehr oft auf seinem Handy probiert, aber es bringt nichts.“ Reis‘ Angestellte Sandra Mader

 Die Pause vom Job im Wellenspiel und als Schiffscaterer dürfte Reis aber nicht gereicht haben. Sein Handy ist tot, Wellenspiel-Chef Otto Raimitz weiß nicht über seinen einstigen Geschäftspartner, der zum Schluss an der Schank im Lokal an der Steiner Schiffsstation arbeitete, Bescheid. „Vor exakt drei Wochen ist er nicht mehr in die Arbeit gekommen“, erzählt der Gastronom.

„Schon richtig ratlos“ ist Sandra Mader, die Reis in St. Pölten als Restaurantleiterin im Classics Restaurant einsetzen wollte. Zur Eröffnung des Lokals kam es bisher aber nicht. Mader, die noch immer in einem Dienstverhältnis zu Reis steht, würde gerne kündigen. „Keiner weiß, wo er ist. Ich habe es schon sehr oft auf seinem Handy probiert, aber es bringt nichts.“ Sie kenne den 55-Jährigen erst seit September, wo sie für ihn auf einem Schiff gearbeitet habe. „Da war er auch nie präsent.“

Vorsichtig Entwarnung gibt jedenfalls Reis‘ Bruder Günter. Seine Kinder hätten von ihm gehört und er sei in Österreich. Er selber habe nicht viel Kontakt zu ihm.