Corona-Impfaktion: Ärztin Opfer eines Termin-Fehlers

Heftige Beschwerde über extremen Stau in Ordination in Krems: Fehler lag bei Notruf Niederösterreich.

Erstellt am 02. Dezember 2021 | 06:59
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Schlange stehen sind Impfkandidaten gewohnt. Der extreme Stau in der Ordination einer Kremser Ärztin war jedoch auf einen Fehler bei der Terminvergabe durch Notruf Niederösterreich verursacht. Symbolfoto: Shutterstock/Studio Romantic
Foto: Archiv

Eine massive Beschwerde eines Kremser Pensionisten ging in der Vorwoche per Mail an zahlreiche Adressaten – bis auf Regierungsebene. Der Mann, wollte sich am Mittwochvormittag, 24. November, seinen „dritten Stich“ in der Ordination der Ärztin Michaela Ricarda Muthsam holen. Dort wartete er trotz eines auf der Internetseite www.impfen.at zugewiesenen Termins in einer Gruppe mit zeitweise mehr als 40 Personen.

Er sei „kein überzeugter Impfbefürworter“, aber er halte sich an die Ratschläge seiner Hausärztin, schreibt Rudolf Pfaffenbichler in seinem Beschwerdemail. „Ich versuche seit knapp zwei Jahren, durch Abstand halten, Maske tragen und Hygienemaßnahmen, mich vor einer Ansteckung zu schützen – und dann werde ich bei der von den Politikern ach so hochgelobten Impfung mit so einem Chaos konfrontiert.“

Medizinerin kam völlig unschuldig zum Handkuss

Die NÖN fragte bei der Ärztin nach und musste feststellen, dass sie ohne eigenes Verschulden zum Handkuss gekommen war. „Wir bekommen teilweise zu viele Patienten geschickt“, erklärt Muthsam. Diese Woche sei es beinahe wieder passiert. „Mir sollten 150 Patienten zugewiesen werden, aber ich kann nur eine Zahl von knapp 70 bewältigen.“ In der Woche sei es tatsächlich schlimm gewesen. „Wir haben die Menschen gebeten, Abstand zu halten und in der Wartezeit auch draußen spazieren zu gehen“, meint die Medizinerin. „Wir müssen in einer solchen Situation auch an die Eigenverantwortung appellieren und zusätzlich daran, dass die genauen Termine eingehalten werden. Es ist auch nicht sinnvoll, wenn Patienten eine halbe Stunde vor ihrem Termin kommen.“ Zusätzlich sei am Impftag eine Patientin im Stiegenhaus kollabiert und die Erste-Hilfe-Leistung habe zu einer Verzögerung im Ablauf geführt.

„Es gab Probleme bei der Terminvergabe“, bestätigt Stefan Spielbichler von Notruf NÖ. Generell könnten die Mediziner angeben, wie viele Menschen sie in ihrer Zeit impfen könnten. „In diesem Fall wurde der Ärztin ein falsches Kontingent zugeteilt“, gibt er den Fehler zu.

Beim Lokalaugenschein der NÖN beim folgenden Impftermin am Dienstag, 30. November, stellte sich die Situation tatsächlich anders dar. Maximal 15 Personen befanden sich im Wartezimmer und niemand musste auf dem Gang oder im Stiegenhaus warten.