Corona-Tests als Marktlücke. Fachärztin Christine Saahs betreibt seit wenigen Tagen in Krems ein Test-Zentrum für Gesunde.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. Mai 2020 (12:29)
Fachärztin Christine Saahs eröffnete in Krems das erste Corona-Testzentrum Österreichs für Gesunde.Kalchhauser
Foto: Martin

Gesunde Menschen, die eine Bestätigung darüber brauchen, dass sie nicht mit Covid-19 infiziert sind, und Personen, die wissen wollen, ob sie infiziert waren (und bereits Antikörper gebildet haben), sind das Zielpublikum des Corona-Testzentrums der Fachärztin Christine Saahs (41) in der Spitalgasse.

Dass die Kinderärztin mit der Innovation in eine Marktlücke gestoßen ist, beweist das große Interesse, das schon kurz nach der Eröffnung am Wochenende herrscht. „Das ist aus reinem Interesse entstanden, weil mich selbst interessiert, wie viele Menschen diese Krankheit hatten“, erklärt Saahs die Motivation für die Gründung der Einrichtung „CoronaTest.jetzt“. Sie führt nicht nur die bereits weithin bekannten Abstriche – übrigens außerhalb ihrer Ordinationsräumlichkeiten, um ihre kleinen Patienten nicht zu gefährden – potenziell Infizierter durch, sondern macht in Zusammenarbeit mit einem Wiener Labor auch Antikörpertests.

Tests nur außerhalb der Ordinationszeiten

Diese werden in Form einer Blutuntersuchung (Blutabnahme durch die Fachärztin) durchgeführt. „Viele Menschen hatten schon vor der Epidemie Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen und wollen wissen, ob das vielleicht nicht doch schon Corona war“, erzählt Saahs. „Antikörpertests, die mindestens drei Wochen später vorgenommen werden, geben darüber Aufschluss.“ Diese Untersuchungen werden von den Menschen aus eigenem Antrieb gewünscht. „So was ist natürlich kein Freibrief und keine Garantie, dass man sich später damit ansteckt, aber man ist sich vielleicht sicherer.“

Für die Tests – sowohl die Abstriche als auch für die Blutabnahmen –, die von der Fachärztin außerhalb der Ordinationszeiten vorgenommen werden (die Abstriche auch außerhalb der Untersuchungsräume), muss man sich via Homepage einen Termin ausmachen.

Wer sind potenzielle Kunden des neuen Testzentrums? „Zum Beispiel Menschen, die verreisen wollen und einen negativen Befund für die Grenze brauchen, aber auch Rückkehrer aus dem Ausland.“ Anfragen von Firmen, die ihr Team testen lassen wollen (u. a. einer Pflegekräfte-Agentur), liegen ebenso vor wie solche von Privaten, die Oma und Opa bestmöglich geschützt wissen wollen. Eine besonders rührende Geschichte hat Saahs ebenfalls auf Lager: Eine betagte Dame, die eine 24-Stunden-Pflegekraft bei sich hat, bezahlt dieser einen Test, „weil sie möchte, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Rumänien nicht in Quarantäne gehen muss“.