Fast 10.000 Gäste im Jahr auf der Warte

„Schutzpatron der Donauwarte“ Heinz Sebor (82) ist Herr über die Gästebücher seit 2002 – mit Einträgen aus aller Welt.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 04:49
Lesezeit: 2 Min
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Die Donauwarte in Krems-Egelsee bietet einen bezaubernden Ausblick auf die Donau, aber bei klarer Sicht auch weit ins Voralpengebiet hinein.
Foto: Donautouristik/pixelio.de/Adolf Riess

Eine positive Bilanz über das Jahr 2021 zieht Heinz Sebor für die Donauwarte am Braunsdorfer. Wieder waren rund 10.000 Menschen in der Warte zu Gast. Und viele trugen sich in das Besucherbuch ein.

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Heinz Sebor ist der gute Geist der Warte. Unser Bild zeigt ihn mit einigen der Besucherbücher, die seit 2002 aufliegen und auch fleißig genutzt werden.
Foto: Martin Kalchhauser

Erfreulich ist für Sebor, 82, der seit den 1990er-Jahren für den Verschönerungsverein Egelsee als Kustos der Donauwarte für diese verantwortlich zeichnet, vor allem, dass es im abgelaufenen Jahr endlich wieder einmal keine Vandalenakte gab. In den Jahren davor hatten Schmierereien an Wand und Tür der Warte sowie Verwüstungen im Bereich des Rastplatzes daneben für Ärger und Kosten gesorgt. „Man hat mich auch schon als ,Schutzpatron‘ der Warte bezeichnet“, lacht der freundliche Senior.

Nachrichten aus aller Welt in den Besucherbüchern

Seit 2002 legt er Besucherbücher auf. Frühere Jahrgänge stapeln sich in seinem Arbeitszimmer im Haus in Egelsee, wohin es den früheren Volksschuldirektor aus der Region St. Pölten 1989 verschlug.

Mit den Schneefällen Ende des Vorjahres wurde die Donauwarte aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das erst im September neu aufgelegte Gästebuch ist eine unterhaltsame Winterlektüre. Manchmal reicht eines gar nicht für das ganze Jahr aus. „Wir haben rund 10.000 Gäste im Jahr“, verrät Sebor. Diese kommen vorwiegend aus der Region und den umliegenden Bezirken, aber unter den Einträgen gibt es auch Zeilen von Besuchern aus Südamerika und Australien. „Wir haben Besucher von allen Kontinenten!“, ist Sebor stolz. So finden sich Spuren der „Oberndorfer Donnerstag-Wanderunde“ gleich neben begeisterten Anmerkungen von Besuchern aus Kapstadt …

In jedem Buch, das der rüstige Senior, der auch begnadeter Fotograf ist, auflegt, gibt es eine kurze Erläuterung, sodass der Gast weiß, dass die 1884 vom Österreichischen Touristenklub errichtete Warte auf dem Braunsdorfer Berg in 450 Metern Seehöhe steht. Zum Glück sind die schlimmen Jahre vorbei, als die Donauwarte nach dem Ersten Weltkrieg gar nicht begehbar und auch nach dem Zweiten Weltkrieg erst wieder nach einer Totalrenovierung ab 1950 benützt werden konnte. Mitte der 1990er-Jahre musste das Gebäude wegen Baufälligkeit sogar komplett gesperrt werden. Nach der Generalrenovierung mit Hilfe der HTL Krems kam es 1989 zur Wiedereröffnung. Die folgenden Erhaltungsarbeiten oblagen bereits dem VV Egelsee mit seinem rührigen Obmann Josef „Sepp“ Deißenberger und Stellvertreter Heinz Sebor. Als Schmuckkästchen präsentiert sich das weithin sichtbare Bauwerk seit den 125-Jahre-Feierlichkeiten, die 2009 neben der Warte über die Wiese gingen.

„Wir halten die Warte durchgehend offen – außer im Winter, aus Sicherheitsgründen“, ist Sebor stolz auf die Organisation eines „Aufsperr- und Schließdienstes“, bei dem 20 Egelseer Familien zusammenhelfen. Früher musste man sich in bestimmten Häusern den Schlüssel abholen – aber die Rückgabe klappte oft nur holprig. „Es wäre doch schade, könnte man nur an Wochenenden in die Warte hinein!“