Ex-Adler -Apotheken-Chef Ulf Elser nimmt Abschied. Ulf Elser, Ex-Chef der Kremser Adler Apotheke, übergibt seinen Posten an langjährige Mitarbeiterin Gabriele Denk.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 08. August 2019 (15:00)
Foto: Stadt Krems
Nach 28 Jahren: Ulf Elser legt Geschicke der Adler Apotheke in die Hände seiner langjährigen Mitarbeiterin Gabriele Denk.

Nach 28 Jahren war dann Schluss. Ulf Elser, der Baumgartner, der den Kremsern als Leiter der Apotheker bekannt war, hat den Chefsessel für seine langjährige Mitarbeiterin Gabriele Denk frei gemacht und zieht nun Resümee. „Der Weg in den Apothekerberuf war lernintensiv“, erzählt Elser. Nach seiner Matura und dem Militärdienst noch ahnungslos ob der späteren Berufswahl, entschied er sich schließlich für das Pharmaziestudium.

„Ich habe damals schon meine spätere Frau gekannt. Ihrem Vater gehörte zu der Zeit die Adler Apotheke und wir beschlossen, gemeinsam dieses Studium zu machen. Zu zweit ist es leichter, denn das Studium war wirklich nicht einfach.“

1983 fing Ulf Elser als Aspirant in der Kremser Apotheke des Schwiegervaters an, 1991 übernahm er schließlich deren Leitung. Das Studium habe ihn zwar fachlich gut auf den Pharmakologen-Beruf vorbereitet, allerdings: „Wirtschaftliche Kenntnisse fehlten mir anfangs weitgehend.“ Durch die siebenjährige Zusammenarbeit mit seinem Schwiegervater habe er betriebswirtschaftlich dann einiges hinzugelernt.

„War Vertrauensperson für viele Menschen“

Am Beruf des Apothekers gefiel Elser vor allem der enge Kontakt mit Menschen, Kunden wie Mitarbeitern. Man sei ja schließlich eine Art Vertrauensperson für viele. „Einfache Kunden“, die bloß ein Medikament holten, wechselten sich mit solchen ab, die ihn beratungstechnisch gefordert haben. Im Apothekerberuf lerne man ständig dazu und müsse das auch.

„Ein halbes Jahr weg vom Fenster, dann ist der Wissensrückstand schwierig aufzuholen“, so der Ex-Apotheker. Was ihn stets genervt habe: die aus seiner Sicht immer stärkere Regulierung seiner Branche. Den praktischen Sinn so mancher Verordnung habe er nie verstanden. „Das hat mir den Gang in die Pension etwas erleichtert“, schmunzelt er.

Wie blickt Elser auf die Zukunft des Apotheker-Berufes? „Die Veränderungen sind gewaltig. Viele Therapieformen und Felder von heute waren zu meinen Anfangszeiten noch undenkbar. Auch das wirtschaftliche Umfeld hat sich geändert. Unsere Handelsspanne hat sich so gut wie halbiert“, bilanziert er. Der Apothekerberuf werde immer mehr das Gesicht des „Arzneimittel-Therapie-Managers“ annehmen, auch die beratende Tätigkeit werde immer wichtiger.

Seine Nachfolgerin, Gabriele Denk, habe er während eines Nachtdienstes mit dem Angebot überrascht, die Leitung der Adlerapotheke zu übernehmen. „Sie hat natürlich gar nicht damit gerechnet“, lacht Elser. Schließlich habe sie die Aufgabe sehr ambitioniert angenommen. Ihr Mann habe eine betriebswirtschaftliche Ausbildung, was eine „sehr gute Kombination“ sei. Von seinem Apothekerberuf pensioniert, bleibt Elser dennoch Obmann der Kremser Kaufmannschaft. „Fad wird mir jedenfalls nicht“, scherzt Elser.