Fahrschule Dolejschi: Präsenzunterricht nicht ersetzbar. Praktisch „über Nacht“ startete die Fahrschule Dolejschi mit Distance Learning. Oberstes Ziel ist die Rückkehr zur Normalität.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 21. Februar 2021 (05:40)
Fahrschulbesitzer Tobias Purkarth und Fahrlehrer Ewald Gintner beim Distanz-Unterricht am PC: Hoffnung auf baldige Rückkehr zur Normalität.
Fahrschule Dolejschi

Bis zum 4. Februar war den Fahrschulen der Kursbetrieb im sogenannten „Distance Learning“ (Lernen auf Distanz via Internet, Anm.) verboten. Dann gab es eine Änderung – via Noterlass, quasi „über Nacht“.

„Seit Mitte November hat es keine Theoriekurse mehr gegeben, ausgenommen für berufliche Aus- und Weiterbildung, etwa den C-Schein“, erklärt Tobias Purkarth, seit Ende 2019 Inhaber der Kremser Fahrschule Dolejschi. „Dann kam das Mail vom Verkehrsministerium, dass Distance Learning (DL) erlaubt werde. „Vorbereitung war da keine möglich. Wir haben daraufhin ,über Nacht‘ ein System auf die Beine gestellt.“

Man sei dazu in der Lage, so Purkarth, „aber die Kommunikation funktioniert wie bei so vielem in der Krise einfach nicht.“ Mit dem Programm namens BBB, das datenschutzrechtlich perfekt und zudem mit dem Verwaltungsprogramm der Fahrschule gekoppelt sei, werden aktuell 40 Schülerinnen und Schüler in Krems unterrichtet, in Zwettl sind es 50.

„Es muss unser oberstes Ziel bleiben, so rasch wie möglich wieder zum Präsenzunterricht zurückzukehren.“ Tobias Purkarth, Fahrschulchef

Das Interesse sei groß, so Purkarth, der den Unterricht der größeren Lebendigkeit halber gerne gemeinsam mit seinem Angestellten Ewald Gintner gestaltet. „Aber es hat sich in der letzten Zeit natürlich ein riesiger Rückstau gebildet. „Der Unterricht wird ja sowohl für die Theorieprüfung als auch für die Erlaubnis zur Absolvierung privater Fahrstunden benötigt.“

Zum Glück seien Fahrstunden mit dem Auto oder Motorrad nie ein Problem gewesen. Praktische Prüfungen gibt es jedoch auch erst wieder ab bzw. seit dem Monat Februar.

Der Fahrschulchef will den Unterricht aus der Distanz „nicht generell verteufeln“, aber nachdem die theoretische Lehre bei Dolejschi „nicht nur ein Drill für die Prüfung“ sei, sondern darauf abziele, dass der erlernte Stoff auch möglichst lange haften bleibe, sei das auch eine Qualitätsfrage. „Distance Learning im Fahrschulbetrieb kann nur eine Notlösung sein“, so Purkarth. „Wir sehen ja auch in den Schulen, dass es einfach nicht optimal funktioniert. Präsenzunterricht ist für mich einfach nicht ersetzbar.“ Zugegeben, das Lernen von daheim aus sei für Kunden einfacher. „Aber der persönliche Kontakt fehlt. Die Qualität im Präsenzunterricht ist einfach besser!“

Oberstes Ziel: Rückkehr zum Präsenzunterricht

Aktuell muss das Distance Learning zum Bedauern Purkarths noch weitergehen. „Wir könnten ja statt 35 Leute nur neun Personen in den Lehrsaal lassen!“ Und Kursteilnehmer, die im November gestartet seien, kämen dann zu Ostern zur Prüfung an die Reihe. Der Dolejschi-Chef, der auch für 19 Mitarbeiter (inklusive Zwettl, teils in Kurzarbeit) Verantwortung trägt: „Es muss unser oberstes Ziel bleiben, so rasch wie möglich wieder zum Präsenzunterricht zurückzukehren.“