Hungriger zückte am Sozialamt die Pistole. „Ich hatte großen Hunger. Als ich keine Soma-Gutscheine bekam, machte es Klick“, beruft sich Lerchenfelder (34) auf Notlage.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 05. September 2017 (05:20)
APA (Techt)
Symbolbild

„Ich hab nix mehr g’habt. Kein Geld und kein Essen. Ich war verzweifelt“, beteuert ein 34-jähriger Lerchenfelder vor Gericht. Er gibt zu, vor den Augen einer Mitarbeiterin des Kremser Sozialamtes eine Waffe aus dem Rucksack gezogen und damit drohend herumgefuchtelt zu haben.

„Wenn die Waffe echt wäre, würde ich mich sofort exekutieren!“

„Es war eine Blödheit, aber ich habe schon zwei Tage nichts zum Essen gehabt, und ich war hungrig. Ich habe geglaubt, sie bekommt Mitleid mit mir und rückt doch noch Gutscheine heraus“, schildert der Lerchenfelder und beteuert: „Es war nur eine Spielzeugpistole, die ich zuvor beim Sammeln von Alu-Dosen im Mistkübel gefunden habe. Ich habe damit aber nicht die Mitarbeiterin bedroht, sondern sie mir an den Kopf gehalten.“

„Wenn die Waffe echt wäre, würde ich mich sofort exekutieren!“, habe der Lerchenfelder geäußert und sich dann die Pistole an den Kopf gehalten, bestätigt die Sozialamt-Mitarbeiterin (36) im Zeugenstand. Sie habe die Situation trotzdem bedrohlich gefunden: „Ich habe es zwar vermutet, konnte aber nicht ausschließen, dass die Waffe doch echt war. Er wollte mich einschüchtern und hat mir Angst gemacht.“

„Es tut mir leid. Ich weiß, es war der falsche Weg, und ich möchte jetzt auch eine Therapie machen“, erklärt der Beschuldigte auf die harschen Worte der Richterin: „Sie bekommen dort immer Hilfe und führen sich so auf.“

Für den bislang unbescholtenen Lerchenfelder setzt es zwei Monate auf Bewährung.