Makler: Mit fingierten Schäden zu feinem Luxusleben. Auf zu großem Fuß lebte Versicherungsmakler: Reisen und edle Designerklamotten finanzierte er mit ergaunerten Kundengeldern.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 12. September 2017 (05:35)
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Symbolbild

Einmal mit den Betrügereien und der Veruntreuung von Kundengeldern aufgeflogen, machte ein angestellter Versicherungsmakler aus dem Bezirk Krems sofort reinen Tisch. Der 28-Jährige legte bei der Polizei ein umfassendes Geständnis ab und erhielt dies auch vor Gericht aufrecht.

Er gab vor dem Schöffensenat zu, mit gefälschten Kundenunterschriften Schadensmeldungen (Glasbruch und Sturmschäden) fingiert und dann die ausgezahlten Versicherungsgelder in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Geld ging für teure Reisen und edle Klamotten drauf

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Verteidiger Josef Gallauner erkämpfte für seinen Mandanten ein mildes Urteil. Foto: Hahslinger

Auch bar bezahlte Prämien von Kunden steckte er ein, und einige ausbezahlte Lebensversicherungen von Kunden wanderten durch Manipulation nicht auf deren Konten, sondern flossen in die Hände des 28-Jährigen. Insgesamt ergaunerte sich der Versicherungsmakler an die 80.000 Euro.

„Was haben Sie mit dem Geld gemacht?“, will Richterin Monika Fasching-Lattus wissen.

„Ausgegeben“, kommt es knapp vom Angeklagten, dann ergänzt er sichtlich verlegen: „Für teure Reisen und edle Klamotten.“

„So schön kann eine Reise oder ein Gewand gar nicht sein, dass sich das Risiko auszahlt“, kommentiert die Richterin kopfschüttelnd. „Ich bin raus aus dem Versicherungsgeschäft und habe eine andere Arbeit gefunden. Ich werde den Schaden wiedergutmachen“, erklärt der Angeklagte.

Das reumütige Geständnis und die Bereitschaft zur Schadenswiedergutmachung bringen dem bislang unbescholtenen 28-Jährigen ein mildes Urteil: zwei Jahre bedingt wegen Veruntreuung und gewerbsmäßigen schweren Betruges (teils versucht). Rechtskräftig.