Großparteien gegen Corona-Zuckerl. Kremser SPÖ und ÖVP lehnten FPÖ-Dringlichkeitsantrag, jedem Haushalt zwei Kremser Zehner zu schenken, ab. Begründet wurde das mit fehlender Vorlaufzeit und Einnahmensituation.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. Februar 2021 (04:36)

Die FPÖ ist in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch mit einem Dringlichkeitsantrag abgeblitzt. Die Freiheitlichen wollten jedem Haushalt zwei Kremser Zehner schenken, um den Unternehmern in der Krise indirekt zu helfen. Nach Angaben der blauen Mandatare um Stadträtin Susanne Rosenkranz, die den Antrag verlas, hätte das Corona-Zuckerl für die rund 11.000 Haushalte 220.000 Euro gekostet.

Zustimmung drückten KLS, Grüne und ProKrems aus, SPÖ und ÖVP machten dem Vorhaben mit ihrer Ablehnung aber einen Strich durch die Rechnung – zum großen Ärger von FPÖ-Gemeinderat Werner Friedl: „Der entstehende finanzielle Aufwand wäre auch in dieser schwierigen Zeit durch die Stadt leicht zu finanzieren gewesen.“

Das sieht ÖVP-Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier anders: „Die Gemeinde muss das tägliche Geschäft weiterführen, hat aber auch mit geringeren Einnahmen zu kämpfen. Wir sind uns unserer Aufgabe gegenüber der Bevölkerung bewusst, aber ein einmaliges Geschenk ist mir da zu kurz gedacht.“

SPÖ-Vizebürgermeisterin Eva Hollerer wirft der FPÖ Populismus vor und begründet die Ablehnung aus zwei Gründen: „Der Antrag wurde uns nicht zur Kenntnis gebracht. Und jedem Haushalt zwei Kremser Zehner zu schenken, würde bedeuten, dass die auch der Haushalt Hollerer bekommt. Dieses Gießkannenprinzip ist nicht ganz schlüssig für mich.“