Helmut Skorsch: Ein Opa zum Lernen und UNO-Spielen. Der Kremser Helmut Skorsch engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich beim „Oma/Opa-Projekt“ der Volksschule Hafnerplatz.

Von Petra Vock. Erstellt am 30. Januar 2019 (05:20)
Johann Lechner
„Lern-Opa“ Helmut Skorsch mit seinem derzeitigen Schützling Sajad (10)aus Afghanistan: „Wir treffen uns am Dienstag und Donnerstag in der Volkshochschule, machen dort gemeinsam Hausaufgaben und spielen.“

Am Anfang war er der einzige Opa, inzwischen sind sie schon zwei: Der Pensionist Helmut Skorsch (73) aus Krems ist seit der ersten Stunde beim „Oma/Opa-Projekt“ mit dabei. Zweimal wöchentlich kommt er am Nachmittag in die Volkshochschule und hilft Sajad (10) bei den Hausaufgaben – so wie das auch richtige Opas oft tun.

Sajad ist aus Afghanistan und besucht die 4. Klasse der Volksschule Hafnerplatz. Er kann gut Deutsch, aber vor allem beim Lesen braucht er viel Förderung. „Er bemüht sich“, lobt Skorsch seinen Schützling. Um ein Kind zu fördern, dem sonst niemand am Nachmittag beim Lernen helfen könnte, müsse man kein Lehrer sein, so Skorsch: „Ich bin auch kein Lehrer, ich war Abteilungsleiter bei der ÖBB.“

Johann Lechner
Unter den „Omas“ und „Opas“, die ehrenamtlich mit Kindern lernen, sind auch die frühere Kremser Bürgermeisterin Inge Rinke (hinten, Bildmitte) und die ehemalige Direktorin der Volksschule Stein, Ilse Kunitzky (vorne, Zweite von rechts): Betreuerin Angela Funk, Pädagogin Andrea Wohlfarter-Höbarth, Karl Friedl, Inge Rinke, Elisabeth Barcaba, Direktorin Daniela Ebner, Helmut Skorsch (hinten, von links) und die Schüler Danial, Lezan, Bayan, Adel, Yossef, Elizabeth, Marwa, Ilse Kunitzky und Sajad (vorne, von links).

Neben den Aufgaben gehe es um sprachliche Förderung, und auch eine Viertelstunde Spielen gehört zum Programm: „Wir spielen meistens UNO“, erzählt Skorsch. Unterstützt werden die Omas/Opas dabei von den Lehrern, und auch mit den Eltern gibt es Austauschnachmittage.

Warum er beim „Oma/Opa-Projekt“ mitmacht? „Ich habe zwei eigene Kinder und zwei Enkelkinder und habe immer gern mit Kindern gearbeitet“, erzählt Skorsch. „Und es kommt so viel zurück – von dem Kind, der ganzen Verwandtschaft und den Eltern – die sind sehr dankbar.“

Zu seinem ersten „Lern-Enkel“, Peter aus Ungarn, hat er heute noch gelegentlichen Kontakt: „Ein Spitzenkind!“, und auch nach sieben Jahren beim „Oma/Opa-Projekt“ denkt er noch nicht ans Aufhören: „Momentan auf keinen Fall!“