Historischer Baubestand: Schutzzone wird kommen

Erstellt am 01. Juli 2020 | 04:53
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Die Häuser 2 und 4 in der Schillerstraße: Die Anrainer kämpfen wohl vergebens um ihre Bewahrung.
Foto: Johann Lechner
Kremser Gemeinderat beschloss Bausperre rund um die Schillerstraße. Zu spät kommt sie für die rund 150 Jahre alten Häuser 2 und 4, die vor dem Abbruch stehen.
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„Dass das so geschwind geht, hätte ich nicht gedacht.“ KLS-Mandatar Wolfgang Mahrer war positiv überrascht, als SPÖ-Stadtrat Günter Herz bei der Vier-Stunden-Marathon-Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch einen Dringlichkeitsantrag für die Beschließung einer Bausperre rund um die Schillerstraße einbrachte. Er teilte seine Freude mit ProKS-Gemeinderat Robert Simlinger, der ebenso seine Zustimmung ausdrückte wie FPÖ-Gemeinderat Christoph Hofbauer.

Die Bausperre für das betreffende Gebiet, das eine hohe Dichte historischen Baubestands aufweist, gilt ab ihrer Kundmachung und hat den Zweck, Zeit zu verschaffen, um eine Schutzzone einzurichten. Vorbild werden die Wachauzonen sein, die der Bewahrung der lokal-typischen Baukultur dienen. Bei Begehungen mit Vertretern des Gebietsbauamtes und des Bundesdenkmalamtes erfolgt eine Kategorisierung aller Bauwerke.

Aufgekommen war der Ruf nach einer Schutzzone durch Anrainer der Schillerstraße, die sich gegen den Abbruch der rund 150 Jahre alten Häuser 2 und 4 zur Wehr setzen und damit die Errichtung von Eigentumswohnungen verhindern wollen. Die Tragik dahinter: Das von ihnen bekämpfte Bauprojekt ist als Vorhaben, das bereits eingereicht ist, nicht von der Bausperre betroffen. Und dennoch: Der Abbruch von Gebäuden oder die Abänderung von deren äußerlichem Erscheinungsbild ist auch durch ihren Einsatz künftig verboten.

Einem Zusatzantrag der ProKS, die Bausperre auf die Gaswerkgasse, die Alauntalstraße und die Reifgasse auszuweiten, stimmten ÖVP und SPÖ nicht zu.

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