3.800 Jahre altes Bronzebeil: Fund ist eine Sensation. Heimatforscher Niki Lackner machte in Weingarten besondere Entdeckung.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 24. Juli 2021 (05:18)
Ein Bronzebeil fand der Heimatforscher Nikolaus „Niki“ Lackner in einem Weingarten in Hollenburg.
Ein Bronzebeil fand der Heimatforscher Nikolaus „Niki“ Lackner in einem Weingarten in Hollenburg. Wie sich später herausstellte, ist es rund 3.800 Jahre alt.
Martin Kalchhauser

Es ist knapp 10 cm lang, sieht für den Laien nicht spektakulär aus – aber es ist eine Sensation: Der Kremser Heimatforscher Nikolaus „Niki“ Lackner fand im Mai in einem Weingarten in Hollenburg ein sogenanntes Randleistenbeil aus der Frühbronzezeit. Überprüfungen ergaben, dass es rund 3.800 Jahre alt ist.

Seit zehn Jahren beschäftigt sich der im Hauptberuf als Koch tätige Lackner schon als Hobbyforscher. „Es ist eine Freude, in einer Gegend zu leben, die eine so weit zurückreichende Geschichte hat“, erzählt er mit glänzenden Augen. „Aber was ich da gefunden habe, ist sicher mein bisher bedeutendster Fund.“ Solche Beile, die als „Allround-Werkzeug“ und damit (an einem Griff befestigt) auch als Waffe dienten, weiß Lackner, wurden als Statussymbole mit Kriegern mitbestattet. „Das Randleistenbeil gehört zu den frühesten metallischen Werkzeugen.“

Der Gegenstand in Keilform zeichnet sich beidseits durch erhöhte Randleisten aus, was ihm auch seinen Namen einbringt.

„Die Region an Donau, Fladnitz und Traisen war ja schon vor tausenden Jahren eine Kultur-Region!“ Nikolaus „Niki“ Lackner

Gefunden wurde das Beil von Lackner, der bei seinen Erkundungsgängen immer wieder einmal auch eine Metall-Sonde einsetzt, nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche in einem Weingarten, der Meinhard Forstreiter gehört. „Es besteht bei solchen Funden eine Meldepflicht, der ich natürlich nachgekommen bin“, betont der Kremser, der „bei einem archäologischen Verdacht“, also bei der Vermutung, dass es sich um einen ergiebigeren Fundort handeln könnte, sofort alle Aktivitäten einstellen und den professionellen Archäologen das Feld überlassen würde.

Generell hatte Lackner schon mehrmals Glück. Unsere Gegend ist für historisch interessierte Menschen wie ihn ein Paradies. „Die Region entlang von Donau, Traisen und Fladnitz war ja schon vor Tausenden Jahren eine Kultur-Region.“

Lackner und Forstreiter, denen der Fund laut Gesetz nun je zur Hälfte gehört, sind fest entschlossen, diesen dem museumkrems in Form einer Schenkung zu übergeben. „Dort sind bisher nur ,fremde‘ Funde dieser Art zu sehen, keiner direkt aus dem Kremser Bereich. Aus der eigenen Region ist dieses besondere Stück das allererste“, freut sich der Finder. „So etwas muss meiner Ansicht nach einfach der Nachwelt erhalten bleiben!“

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