Impfbus: Personal steht in der Kritik

Bis zu zweieinhalb Stunden Wartezeit in Krems. Bedenken Kranker vom Tisch gewischt. Notruf NÖ verspricht Aufarbeitung.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:33
Krems - Impfbus: Personal steht in der Kritik
Bis zu 250 Menschen warteten am Sonntag zwischen 10 und 13 Uhr zeitweise in der langen Warteschlange vor dem Impfbus bei der Sporthalle.
Foto: Martin Kalchhauser

Neben zahlreichen Menschen, die sich bei den durchs Land tourenden Bussen ihren „dritten Stich“ holen, können mit dem niederschwelligen Zugang auch viele „Impfmuffel“ zur Nadel gelockt werden. Aktuell gibt es aber Kritik an Organisation und Kundenservice der Einrichtung.

Konkret gab es bei der Aktion am 14. November in Krems enorme Wartezeiten. Teilweise mussten Impfwillige in der Strandbadstraße bis zu zweieinhalb Stunden in der Kälte anstehen.

Mehrere Beschwerden betrafen (nicht in Krems) die Behandlung durch die Mitarbeiter. In vier Fällen wurden Bedenken wegen chronischer Erkrankungen wie Epilepsie einfach vom Tisch gewischt, die Kandidaten aufgefordert, ihr ausgefülltes Formular auf einen Stoß zu legen. Auf ausdrückliche Nachfrage nach Aufklärung hieß es in zwei Fällen wörtlich: „Wir sind nicht zum Reden, sondern zum Impfen da. Wollen Sie die Impfung jetzt oder nicht?“ Prompt traten in einem (der NÖN konkret bekannten) Fall einer jungen Frau in einer Gemeinde nördlich von Krems Komplikationen ein, die am Folgetag ärztliche Hilfe erforderlich machten.

Auf enormen Ansturm wurde flexibel reagiert

Was die Wartezeit betrifft, weist Stefan Spielbichler von Notruf NÖ auf laufende Verbesserungen hin: „Die Busse sind jetzt an sieben statt fünf Tagen die Woche unterwegs. Künftig werden vor allem in größeren Städten die Impfbusse voraussichtlich längere Aufenthalte haben.“ In Krems, wo auch zum geplanten Ende der Aktion noch über 100 Leute (!) warteten, habe man flexibel reagiert und die Dienstzeit des Busses spontan verlängert. Am Ort des anschließend geplanten Stopps wurde rasch ein Team zusammengestellt und in einem Gemeindegebäude gearbeitet. Auch Impfstoff sei bei allen Aktionen für jeden genügend vorhanden gewesen. Zur fehlenden Aufklärung bzw. Gesprächsbereitschaft in medizinisch heiklen Fällen, stellt Spielbichler klar: „Das werden wir mit dem Team umgehend nachbesprechen.“ Und er kündigt auch „Konsequenzen“ bei Fehlverhalten an.

Allen, die sich unkalkulierbare Wartezeiten und damit Ärger ersparen wollen, rät Notruf NÖ, sich bei ihrem Arzt oder in einer Impfstraße anzumelden.