Kritik an Radweg: Keine „runde“ Sache. „Ecken“ in der Fahrbahn und zu schmal! Die eigenartige Radwegführung ist der maximalen Ausbeute bei den Parkplätzen und der Rettung einzelner Bäume geschuldet.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:33)
Robert Simlinger, Radfahr-Beautragter der Stadt Krems, am neuen Radweg zwischen Hamerlingstraße und Brandströmstraße.
Martin Kalchhauser

Die erste Etappe der „neuen Ringstraße“ ist fast fertig – und es gibt bereits Kritik. Konkret: Viele Radfahrer fühlen sich übervorteilt. Ihre neue Fahrbahn wird in der Minimalausführung realisiert.

Gestoßen wird sich an der „eckigen“ Verschwenkung vor der Post-Kreuzung (Brand ström stra ße). Außerdem würden die Radfahrer gezwungen, weite Strecken direkt neben dem Autoverkehr (statt wie bisher mit Abstand) zu fahren.

„Ringstraßen-Baustelle ist wie ein Schachspiel!“

Gemeinderat Robert Simlinger, als Radfahrbeauftragter der Stadt Krems mit vielen Beschwerden konfrontiert, versuchte in den vergangenen Tagen, noch etwas zu retten. „Leider hat sich herausgestellt, dass die Pläne nicht genau mit der Ausführung übereinstimmen.“ Beim fast fertigen Teil bei der Post-Kreuzung würde ein Baum, der erhalten werden musste, einer anderen Lösung entgegenstehen. „Die Verschwenkung wird in Zukunft zwischen zwei Bäumen hindurchführen.“

Simlinger klingt verzweifelt, wenn er meint: „Die Ringstraßen-Baustelle ist wie ein Schachspiel. Die Straße ist der König, der seine Fläche verteidigt. Zu den zweitwichtigsten Figuren haben sich Bäume und Grünzonen entwickelt, die Parkplätze, aber auch Rad- und Fußwege schlagen.“ Letztere seien zum „Bauernopfer“ geworden.

Eine Nebenrolle könnte ein Umstand spielen, der sich negativ auf die Förderungen für die Radwege entlang der Ringstraße auswirken dürfte: Es gibt einen Plan, den Verlauf des Donauradwegs durch Krems zu ändern und diesen aus der Stadt hinaus auf den Treppelweg zu verlagern. Dadurch würden nach Meinung von Insidern gewisse Förderungen wegfallen. Simlinger abschließend: „Die Nachrichten sind nicht die, die ich mir wünsche. Es wird daher notwendig sein, die Baustelle im Auge zu behalten und Planänderungen, die Nachteile für die Radfahrer bringen könnten, sofort aufzuzeigen.“

Die beschränkten Platzverhältnisse führt der Leiter der städtischen Abwasserbeseitigung, Bernd Hahslinger, der seitens der Stadt mit dem Projekt Ringstraße betraut ist, als Grund für die gefundenen Lösungen ins Treffen. „Es gibt für alles ein Für und ein Wider. Würden noch Bäume wegkommen, würde der Radweg breiter.“

Dass der Radweg neben der Auto-Spur geführt werde, habe den Sinn, hier eine Tempobremse und bessere Sichtbarkeit der Radler zu erreichen. Seine Ausführung in Mindestbreite von 1,50 Metern bestätigt Hahslinger: „Es kommen aber 30 cm Tiefbord (statt des Randsteins, Anm.) sowie zwischen den Parkplätzen und der Radspur 80 cm Platz dazu. Den Platz kann man beim Überholen benützen, und er schützt die Radfahrer vor den Autotüren.“ Würden die Radfahrer noch mehr fordern, ginge das auf Kosten der Fußgänger.

Im Goodwill werde noch diese Woche die bereits fertige Verschwenkung bei der Post-Kreuzung noch geringfügig korrigiert (größerer Kurvenradius), obwohl „die Erstausführung allen rechtlichen Vorschriften genügt hätte“.

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