Bald 9-Tonnen-Limit auf Mauterner Brücke. Genaue Untersuchung der Mauterner Brücke ergab, dass die geltende 16-Tonnen-Beschränkung nicht ausreicht.

Von Petra Vock. Erstellt am 21. August 2018 (02:34)
Sonderfall Mauterner Brücke: Die Rundbögen auf der Nordseite sind 123 Jahre alt, der 1945 zerstörte Südteil wurde unter sowjetischer Aufsicht neu errichtet – als Kriegsprovisorium.
Lechner

Nach dem Brückeneinsturz von Genua ist die Sicherheit von Brücken in aller Munde. Das heimische Sorgenkind, die Mauterner Brücke, wurde im Vorjahr mithilfe von Sandstrahlgeräten genauestens untersucht. Ergebnis der komplizierten Berechnungen: Die derzeit geltende 16-Tonnen-Beschränkung reicht nicht aus.

Voraussichtlich ab Anfang Oktober wird die Mauterner Brücke daher mit 9 Tonnen lastbeschränkt sein, wie Helmut Postl, Leiter der Abteilung Brückenbau der NÖ Landesregierung, im Gespräch mit der NÖN ankündigt.

Bei der Spezialuntersuchung, die weit über eine reguläre Brückenprüfung hinausging, kam nämlich heraus, dass der 1945 wiederaufgebaute Südteil der Brücke in schlechterem Zustand ist als der 123 Jahre alte Nordteil mit den Rundbögen. „Das Kriegsbrückengerät war für den kurzfristigen Einsatz schwerer Lasten gedacht, aber nicht für eine Dauerbelastung“, erklärt Postl den paradoxen Befund.

 Weltkulturerbe hat ein Wörtchen mitzureden

 Allzu viele Fahrzeuge werde es sowieso nicht treffen, beruhigt Postl: „Die Fuhrwerke der Weinbauern sollten mit 9 Tonnen durchkommen, und für den Schulbus wird es eine Ausnahmegenehmigung geben.“ Die derzeit geltende 16-Tonnen-Beschränkung war verhängt worden, nachdem sich die Brücke im Sommer 2013 aufgrund der Hitze einseitig gesenkt hatte.

Muss die Mauterner Brücke also doch neu gebaut werden? Fest stehe zwar, dass keine neue Brücke neben der alten gebaut wird, aber ein Neubau des 1945 errichteten Teils sei denkbar, so Postl. Dabei hat aber das Weltkulturerbe ein Wörtchen mitzureden. Die Einreichung aller Unterlagen beim Weltkulturerbe ist für diesen Herbst geplant.

Ebenfalls im Herbst findet eine wasserrechtliche Verhandlung statt: Da die Pfeiler verstärkt werden müssen, muss wegen des Wasserspiegels vielleicht ein Pfeiler entfernt werden. Statt der schlechten Tragwerke von 1945 könnte man ein großes Tragwerk errichten und dabei auf einen Pfeiler verzichten, so Postl: „Das wäre sicher positiv für die Schifffahrt.“

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