Neue Brücke über Donau ist ein Muss. Dramatisches Urteil über Zustand der Mauterner Donaubrücke. Auf jeden Fall muss Ersatz-Querung über die Donau her.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 10. Dezember 2020 (04:07)
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Niederschmetterndes Ergebnis der mehrmonatigen Überprüfung der Mauterner Donaubrücke: Eine Generalsanierung oder überhaupt ein Neubau ist nicht zu verhindert. Als Sofortmaßnahme wurde in der Vorwoche die Beschränkung auf Fahrzeuge mit maximal fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht herabgesetzt.
Martin Kalchhauser

Die Verringerung des erlaubten Gesamtgewichts ist nur eine erste Maßnahme, um die Lebensdauer der Mauterner Donaubrücke – sie verbindet den Kremser Stadtteil Stein mit Mautern – zu erhöhen. Auf Dauer muss entweder eine Generalsanierung oder ein Neubau erfolgen. Das ist das dramatische Ergebnis einer mehrmonatigen Untersuchung des 125 Jahre alten Bauwerks durch einen Fachmann.

1895 ist das Baujahr der Donaubrücke, am 8. Mai 1945 wurden die zwei südlichen Brückenfelder von den abrückenden Nazis gesprengt und unmittelbar nach Kriegsende von den Russen wiedererrichtet. Die drei nördlichen Brückenfelder sind noch die ursprünglichen Tragwerke aus dem 19. Jahrhundert.

Brücke ist „dringend sanierungsbedürftig“

„Eine dauerhafte Sanierung erscheint in absehbarer Zeit unumgänglich.“ Aus dem Prüfbericht über den Zustand der Donaubrücke Krems-Mautern

Das starke Verkehrsaufkommen der derzeit von rund 11.000 Fahrzeugen pro Tag frequentierten Donau-Querung sowie die Salzstreuung haben der Brücke arg zugesetzt. Sie befindet sich laut Straßenbauabteilung des Landes Niederösterreich derzeit in einem „verkehrssicheren, aber trotzdem dringend sanierungsbedürftigen Bauzustand“.

Neben der laufenden Überwachung werden Brücken üblicherweise in einem Abstand von sechs Jahren einer speziellen Brückenprüfung unterzogen. Hier wurde das Intervall auf nur ein Jahr verkürzt. Schon im September dieses Jahres wurde die Tonnagenbeschränkung von 16 auf neun herabgesetzt, die Ausnahmegenehmigungen für Linienbusse sind seither ebenfalls Geschichte. In der Vorwoche setzten die Verantwortlichen die Beschränkung ein weiteres Mal auf nun fünf Tonnen herunter.

Dies ist eine Folge des nun vorliegenden Berichts des Sachverständigen, der neben der weiteren Verringerung der Nutzlast auch eine Breiteneinschränkung des Geh- und Radweges (durch Baustellengitter) sowie eine sofortige Umstellung von Salz- auf Splittstreuung zur Folge hatte. Zentrale Aussage des abschließenden Berichts: „Eine dauerhafte Sanierung erscheint in absehbarer Zeit unumgänglich.

Laut Gutachten stellt „die fortschreitende Korrosion an konstruktiven Teilen (Untergurte) in Bereichen, die nur schwer bzw. gar nicht unter Verkehr saniert werden können“ ein massives Problem dar. Weiters festgestellt wurde, dass „die Korrosion an den Konsolen der Geh- und Radwege stark voranschreitet und die Tragfähigkeit reduziert“. Das „konstruktionsbedingt unkontrollierbare Abfließen der chloridhaltigen Oberflächenwässer“ (Folge der Salzstreuung, Anm.) beschleunigt die Korrosion zusätzlich. Und last but not least sind auch die Schrauben und Nieten in den sogenannten Knotenblechen des Tragwerks in einem schlimmen Zustand.

„Um die Benützung der Donauquerung sicherzustellen, wird gerade an einem Instand setzungs- bzw. Erneuerungskonzept gearbeitet“, berichtet Sprecher Gerhard Fichtinger zu den aktuellen Maßnahmen, die nach Vorliegen der niederschmetternden Diagnose notwendig werden. „Dieses wird gemeinsam mit der Region, dem Bundesdenkmalamt und dem Weltkulturerbe abgestimmt und zur Bewilligung eingereicht. Gleich nach dem Abschluss der Genehmigungsverfahren werde mit den Ausschreibungen und den Arbeiten zum Bau einer temporären Behelfsbrücke begonnen, damit der Verkehrsablauf so wenig wie möglich behindert wird.

Errichtung einer Brücke absolute Notwendigkeit

Mit anderen Worten: Für die Arbeiten muss – egal, ob es nun zu einer grundlegenden Komplettsanierung oder sogar einem kompletten Neubau kommt – eine Behelfsbrücke errichtet werden. Für die Dauer der Sanierung wird also eine vollwertige Brücke mit zwei Fahrspuren und einem Fuß- und Radweg unmittelbar neben dem alten Bauwerk hochgezogen. Welche Entscheidung auch immer fällt: Die Anrainer der Brücke erleben in den nächsten Jahren jedenfalls den Bau einer Donaubrücke.

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