Merkur: Großalarm nach „Mutprobe“. Dunkle Gestalten mit Taschenlampen wirkten wie Einbrecher. Doch es waren nur übermütige Jugendliche.

Von Udo Sagl. Erstellt am 01. August 2017 (05:11)
Erinnerungen an den „Fall Merkur“: Im August 2009 wurde der 14-jährige Schüler Florian P. beim Einbrechen erschossen.
NOEN, NÖN-Archiv

Freitag, 22 Uhr. Anruf bei der Polizei: „Beim Merkur-Markt schleichen sich Verdächtige mit Taschenlampen herum.“ Da wurden Erinnerungen an den „Fall Merkur“ wach: Vor fast genau acht Jahren war der 14-jährige Schüler Florian P. beim Einbrechen erwischt und erschossen worden. Auch diesmal deutete alles auf einen Einbruch hin. Sieben Streifenwagen fuhren aus, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Am „Tatort“ trafen die Beamten zunächst zwei halbwüchsige Mädchen an, die völlig verblüfft schienen, dass man ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkte. Wenige Minuten später stellte die Polizei vier Burschen, die auf dem Dach des Supermarktes herumgeklettert waren und keinerlei Widerstand leisteten.

Bei der Einvernahme der Jugendlichen fand die Polizei heraus, dass es sich beim vermuteten Einbruchsversuch um eine „Mutprobe“ handelte. Die Burschen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, alle aus Krems, wollten den Mädchen imponieren und „die Aussicht vom Dach genießen“, wie sie reumütig erzählten.

In der Folge wurden alle Beteiligten der Reihe nach ihren Eltern übergeben.