Nach Umfrage: Verkehr bleibt ein „großes Thema“. Mehr als 7000 Kremser haben sich an der Umfrage „Parken in Krems“ beteiligt. 75,8 Prozent stimmten für das bestehende Parksystem: Im Pressegespräch informierten Bürgermeister Reinhard Resch, Vizebürgermeister Wolfgang Derler und Stadtrat Alfred Scheichel über das Ergebnis im Detail und dessen Auswirkungen.

Erstellt am 01. Oktober 2014 (13:25)
NOEN, Stadt Krems
Bürgermeister Dr. Reinhard Resch, Vizebürgermeister Mag. Wolfgang Derler und Stadtrat Alfred Scheichel beim Pressegespräch.
„Wir haben die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, demokratisch über die beiden Parksysteme abzustimmen. Jetzt gibt es eine eindeutige Entscheidung, und daran wird nicht gerüttelt. Wir haben angekündigt, dass das Ergebnis bindend ist. Dabei bleibt es“, erklärt Bürgermeister Dr. Reinhard Resch und ergänzt: „Das soll aber nicht heißen, dass wir uns jetzt zurücklehnen und keinen Handlungsbedarf beim Thema Parken sehen. Unabhängig von der Zonenregelung, die nach der Umfrage in der bisherigen Form beibehalten wird, warten einige kritische Bereiche auf eine Lösung.“  

Zusätzliche Verkehrsmaßnahmen notwendig

So mache die Erweiterung der Kunstmeile Krems zusätzliche Verkehrsmaßnahmen notwendig. „Durch die geplante Errichtung des neuen Landesmuseums, das 2017 in Betrieb gehen soll, wird Krems noch mehr Touristen anziehen“, so Resch.

Doch schon jetzt ist der „Hotspot“ Schifffahrts- und Welterbezentrum  hinsichtlich Parkplätze häufig überlastet. „Wir sind hier mit dem Land Niederösterreich in guten Gesprächen, um neben einer Tiefgarage unter dem neuen Museum noch weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen“, sagt Resch.

Derler: „ÖVP bekennt sich zur Zusammenarbeit"

„Die Umstellung beziehungsweise Erweiterung des gültigen Parksystems ist abgelehnt, und es ist jetzt angesagt, die Konzentration auf die zahlreichen anderen politischen Themen zu richten. Dazu zählen das Landesmuseum mit verknüpfter Verkehrsinfrastruktur, die Tiefgarage Südtirolerplatz und das Park-&-Ride-Areal bei der Feuerwehrzentrale“, sagt Vizebürgermeister Wolfgang Derler und ergänzt: „Als Volkspartei Krems bekennen wir uns auch weiterhin zu einer für die Stadt wichtigen Zusammenarbeit."

Man sei grundsätzlich auf dem richtigen Weg, wie es sich beim Budget und Schuldenabbau zeige. "Die Umfrage war keine Abstimmung über Personen, sondern über ein Sachthema, zu dem sich Personen unterschiedlich positioniert haben", so Derler weiter. "Die Kosten der Bürgerumfrage müssen im Detail noch ermittelt werden, aber die Werbung nur für das neue System war nicht der Wunsch der Volkspartei Krems. Einfache Information hätte auch genügt.“

Scheichel: „Verkehr ist mehr als nur Parken.“

Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel zum Ausgang der Umfrage: „Die Kremser haben entschieden, dass sie derzeit keine Änderung des Parksystems möchten. Dieses Ergebnis ist auf demokratischem Weg herbeigeführt worden und für die Stadtpolitik ein klarer Auftrag, alles so zu belassen, wie es ist.“

Besonders positiv hebt er hervor, dass „das Thema immer eine Sachfrage geblieben ist und von den Bürgerinnen und Bürgern als solche gesehen wurde.“ Der Schaffung neuer Parkflächen und Verbesserungen für das Alltagsradfahren wird Priorität eingeräumt: „Verkehr ist mehr als nur Parken. Verbesserungen erfordern daher ein Gesamtpaket.“

Neue Angebote für Radler und Pendler

Zu diesem Gesamtpaket gehört auch die Errichtung neuer Abstellflächen für Radfahrer. „Radfahren wird immer wichtiger. Diesen Trend wollen wir unterstützen und zusätzliche Abstellplätze auf dem Pfarrplatz, am Bahnhof und in der Austraße schaffen. Darüber hinaus werden wir beim Steinertor ein spezielles Abstellangebot mit Schließfächern einrichten.“ Ein neuer Parkplatz – vorwiegend für Pendler – entsteht demnächst in der Austraße: Mit dem Bau der 128 Stellflächen wird noch im Oktober begonnen.

Umfragebeteiligung: 31,9 Prozent

Insgesamt waren 23.547 Kremserinnen und Kremser berechtigt, an der Umfrage teilzunehmen. 7521 Bürgerinnen und Bürger haben ihr Stimmrecht genutzt. Die Beteiligung lag bei 31,9 Prozent, sie variierte in den verschiedenen Stadtteilen zwischen 10,5 Prozent (Umfragelokal Alauntalstraße) und 49,3 Prozent (Umfragelokal Langenloiser Straße). In den von der Zonenregelung nicht direkt betroffenen Stadtteilen lag die Beteiligung  zwischen 17,9 Prozent (Lerchenfeld, Pfarrheim) und 34,2 Prozent (Gneixendorf). In allen Umfragelokalen gab es eine Mehrheit für das derzeit gültige Parksystem: von 56,5 Prozent im Umfragelokal Alauntalstraße bis 88,2 Prozent im Umfragelokal Mitteraustraße 1.