Krems: Natalia Ushakova & Friends bejubelt. Es war trotz der Coronal-Maßnahmen ein voller Erfolg: Beim Konzert "Ode an die Freiheit" mit Opernstar Natalia Ushakova, dem Wiener Kaiserwalzer-Orchester und dem heimischen Chorus Musica Sacra unter Ronald Peter erlebte Krems eine musikalische Sternstunde.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 09. Oktober 2020 (16:23)

Es war eine Zitterpartie bis zuletzt, bei der bei Pfarrer Franz Richter und dem Covid-Beauftragten des Abends, Karl-Heinz Rinner, die Nerven mehrmals blank lagen. Doch am Ende war das Benefizkonzert im Dom der Wachau, der Stadtpfarrkirche Krems-St. Veit, ein durchschlagender Erfolg.

Eine Zitterpartie bis zuletzt

Bis wenige Tage vor dem Termin, dem 7. Oktober, war nicht 100-prozentig sicher, ob das Event steigen werde. Das bereits einmal vom ursprünglichen Termin im Mai auf den Herbst verschobene Konzert konnte letztlich plangemäß über die Bühne gehen. Strenge Sicherheitsvorschriften wie Registrierung und Sicherheitsabstand (nur jeder zweite Platz durfte besetzt werden) und sogar ein orchestrierter Auszug des Publikums Reihe für Reihe sollten Folgen für Besucher und Künstler verhindern.

Sämtliche Akteure in Hochform

Die Akteure des Abends zeigten sich in absoluter Hochform. Die hervorragend disponierte Natalia Ushakova stimmt mit einem gefühlvoll gegebenen Ave Maria (Franz Schubert) auf den Abend ein. Auf der Orgel begleitet wurde sie dabei von Ronald Peter, der sich im Verlaufe des Abends auch noch als dynamischer, freudvoller Chorleiter in Szene setzen sollte. Das Kaiserwalzer-Orchester zeigte bereits mit Antonio Vivaldis Konzert in a-Moll, was es auch als nur siebenköpfiges Ensemble zu leisten imstande ist.

Ushakova eroberte alle Herzen

Vor allem Solo-Violinistin Elena Rosanova gab sich nicht die kleinste Blöße und demonstrierte damit gleich von Anfang an eindrucksvoll, war sie und ihre Orchesterkollegen würdig waren, den großen Star des Abends musikalisch zu begleiten. In die Herzen der Gäste sang sich Natalia Ushakova bereits mit ihrem zweiten Stück, dem Lied an den Mond aus der Oper "Rusalka" (Antonin Dvořák). In tschechischer Originalsprache holte die empathische Sängerin die Zuschauer dank ihrer Gestik die Meerjungfrau zum Kirchenaltar.

Kremser Chor auf Top-Niveau

Dreimal entführte der sehr exakt und harmonisch agierende Chorus Musica Sacra mit Liedern Felix Mendelssohn-Bartholdys in die Natur, wobei der "Abschied vom Walde" wohl am großartigsten gelang. "Die Himmel rühmen ..." ("Die Ehre Gottes aus der Natur" von Ludwig van Beethoven) gelang besonders innig. Ushakova legte noch die Arie der Elsa aus "Lohengrin" (Richard Wagner) und ein abschließendes "Halleluja" (Mozarts) drauf, das Kaiserwalzer-Orchester eroberte mit einem echten klassischen Ohrwurm, Mozarts Symphonie Nr. 40, die Herzen der Zuhörer. Gemäß dem Thema des Abends ("Ode an die Freiheit") war die Europahymne ein würdiger Schlusspunkt.

"Musikalischer Blumenstrauß"

Zum Abschluss dankte Pfarrer Richter allen Mitwirkenden für den "musikalischen Blumenstrauß", den Organisatoren für ihren langen Atem und würdigte den Star des Abends für seine Unkompliziertheit im Umgang mit den Veranstaltern. Bedauerlicherweise konnte keine Agape stattfinden, und auch Ushakova musste nicht zuletzt wegen strenger Auflagen des ORF (wo sie aktuell als "Dancing Star" in Aktion ist) sofort wieder nach Wien abreisen.

Musik bewegte viele Herzen

Dank des Gastronomen Harald "Harry" Schindlegger erhielten alle Gäste, denen Bernhard Wagner vom mitveranstaltenden St. Georgs-Orden auch seine Gemeinschaft kurz vorstellte, mit einer "Agape to go" einen kulinarischen Gruß mit auf den Heimweg. Die Melodien des unvergesslichen Konzertabends zugunsten der Pfarre Krems-St. Veit klangen bei vielen ohnehin noch mehrere Tage lang nach.