Novum: Bürgermeister gibt der ÖVP Kontra

Stadtchef Reinhard Resch lässt Sticheleien nicht mehr auf sich sitzen. Stadtrat Thomas Hagmann wirft er Überheblichkeit vor.

Erstellt am 26. November 2021 | 09:14

Der Ton in der Kremser Stadtpolitik ist in den vergangenen Monaten merklich rauer geworden. Hauptverantwortlich dafür ist die ÖVP, die seit der Einsetzung der neuen Führungsetage im Mai in Richtung der SPÖ immer wieder mit Gift und Galle spuckt. Insbesondere der indirekt geäußerte Vorwurf von Vizebürgermeister Martin Sedelmaier in Richtung der Bürgermeisterpartei, ihre Mandatare seien in die Politik gegangen, weil „ihnen gerade fad ist“, blieb in Erinnerung. Reinhard Resch legte dennoch stets vornehme Zurückhaltung an den Tag. Zumindest bis vergangenen Mittwoch. Da tagte der Gemeinderat und der Stadtchef ließ eine weitere Provokation nicht auf sich sitzen. Resch warf ÖVP-Stadtrat Thomas Hagmann „Überheblichkeit“ vor, um anschließend gleich wieder in die Rolle des Kalmierers zurückzufinden.

„Kompetenzen, die anderen Fraktionen überlegen sind“

Was Resch auf die Palme brachte, war eine Ansage Hagmanns zum Bericht des Rechnungshofes über die Beteiligungen der Stadt Krems (die NÖN berichtete). Der Wirtschaftsstadtrat forderte bezugnehmend auf die kritischen Anmerkungen zu den Strukturen der städtischen Unternehmen, dass man seine Partei mit ins Boot hole, weil: „Wir haben herausragende Kompetenzen in dem Bereich, die den anderen Fraktionen bei Weitem überlegen sind.“ Für Resch eine „enden wollend lustige“ Äußerung: „Wir haben es nicht notwendig, uns das in so einer Art und Weise auszurichten.“

Kritik erntete der ÖVP-Mann auch von SPÖ-Vizebürgermeisterin Eva Hollerer. Sie unterstellte Hagmann, den über 100 Seiten langen Bericht des Rechnungshofes nicht gelesen zu haben. Das „Anpatzen“ enttäusche sie hingegen „nicht mehr“. Hagmann erwiderte, den Bericht natürlich gelesen zu haben.

Inhaltlich ging es für den Gemeinderat übrigens lediglich darum, den RH-Endbericht zur Kenntnis zu nehmen. Wie berichtet hatte das Prüforgan des Nationalrats unter anderem Kontrolllücken, Interessenskonflikte und nicht vorgesehene Gehaltszahlungen im Zusammenhang mit den insgesamt 18 Wirtschaftsbetrieben, an denen die Stadt Anteile hält, kritisiert. FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz sprach dazu von „massiven Vorwürfen“ und ortete „dringenden Handlungsbedarf. Bereits im September hatte der Gemeinderat auf Initiative der SPÖ die Einrichtung eines Beteiligungsmangements Anfang 2022 beschlossen.