Postentausch war für die SPÖ ein Eigentor. Dumm gelaufen: Weil Resch 2012 der ÖVP den Vize-Sessel schenkte, wird er nun wohl in Sachen Wahltermin überstimmt.

Von Udo Sagl. Erstellt am 13. Juni 2017 (04:09)
1. Vizebürgermeister: WolfgangDerler (ÖVP) (Mitte) wurde vor fünf Jahren der Vortritt gelassen.
NOEN, Lechner

Es geht offensichtlich hart auf hart. Die ÖVP beharrt ebenso wie die FPÖ darauf, die Kremser Wahl mit der Nationalratswahl (15. Oktober) zusammenzulegen. Und ausgerechnet jener Mann, dem die SPÖ seinerzeit den Posten des 1. Vizebürgermeisters überlassen hat, könnte (und will) Resch & Co. überstimmen.

Vorgeschichte: Nach dem Machtwechsel im Herbst 2012 setzte Wahlsieger Reinhard Resch ein Zeichen des guten Willens. Der neue Stadtchef schenkte der Volkspartei den Posten seines unmittelbaren Stellvertreters. Wolfgang Derler „überholte“ dadurch den roten Gottfried Haselmayer, dem nur mehr die Funktion des 2. Vizebürgermeisters blieb.

2. Vizebürgermeister: GottfriedHaselmayer (SPÖ): Er musste Derler auf Wunsch von Resch vorlassen.
NOEN

Aus heutiger Sicht erweist sich der Postentausch als klassisches Eigentor der SPÖ. Denn mittlerweile gab es eine Gesetzesänderung, die besagt, dass der 1. Vizebürgermeister bei einer Pattstellung im Stadtsenat das letzte Wort hat.

Im Klartext: Die Abstimmung über den Wahltermin geht aus heutiger Sicht 5:5 aus. Derler lässt keinen Zweifel daran, dass er dann kraft seines Amtes einen gemeinsamen Wahltermin durchdrücken wird. „Aus Überzeugung, weil die Bevölkerung das so will“, erklärt er.

Resch hofft, bis zur Abstimmung (28. Juni) Überzeugungsarbeit leisten zu können: „Fachleute des Innenministeriums raten wegen der vielen Fehlerquellen dringend von einer Zusammenlegung der Wahlen ab.“