Verein gegründet: Heimgehen mit Aufpasser

Begleitung oder Heimwegtelefon: „Coming Home Safe“ soll Frauen helfen, die nicht alleine nach Hause gehen wollen.

Erstellt am 02. Dezember 2021 | 05:59
Lesezeit: 1 Min
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Verena Bogner, die Gründerin von „Coming Home Safe“, hat eine klare Botschaft.
Foto: privat

Alleine in der Dunkelheit nach Hause zu gehen, löst bei vielen Frauen ein beklemmendes Gefühl aus. Die Angst, etwa nach einer Partynacht auf dem Heimweg belästigt zu werden, ist allgegenwärtig. Auch in Kleinstädten wie Krems. Das berichtet zumindest Verena Bogner. Die 23-jährige Bundesheer-Unteroffizierin hat den Verein „Coming Home Safe“ gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen auf dem Nachhauseweg mehr Sicherheit zu verschaffen. „Die Lage in Krems ist ein Wahnsinn. Auch weil K.O.-Tropfen und andere Drogen im Umlauf sind“, erzählt Bogner, die mit 17 Jahren selbst Opfer sexuellen Missbrauchs wurde.

Ihr konkretes Angebot an Frauen, die den Heimweg nicht alleine beschreiten wollen: die Begleitung durch einen Aufpasser. Bis zu zehn dieser Heimbringer, die zum Teil einen beruflichen Background in der Sicherheitsbranche haben, helfen bei „Coming Home Safe“ mit. Kommt es zu unangenehmen Situationen, schreiten sie ein. Angefordert werden kann ein Aufpasser via Telefon, Mail oder Kontaktformular auf der Website des Vereins.

Wenn in naher Zukunft Clubs und Diskotheken wieder aufsperren dürfen, dann möchte Bogner den Service kostenlos anbieten. Dafür ist die Rossatzerin derzeit in Gesprächen mit einem möglichen Hauptsponsor. Bisher war die Heimweg-Begleitung noch mit mindestens 15 Euro Entgelt verbunden. Schonender fürs Börserl ist das Heimwegtelefon. „Die Idee dahinter ist, dass mögliche Täter abgeschreckt werden, wenn sie merken, dass da jemand am anderen Ende der Leitung ist“, erklärt Bogner, deren Ziel es ist, dass Frauen „nicht mit Pfefferspray außer Haus gehen müssen.“