„Schande“: ÖVP und FPÖ gegen Themenweg

Greifbare Aufarbeitung der Nazi-Zeit in Krems kommt. Volkspartei und Freiheitliche stimmten dagegen.

Erstellt am 25. November 2021 | 07:11
Themenweg Krems
Krems 1938: Das Steinertor war mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen „geschmückt“.
Foto: Sammlung Ernst Kalt

„Eine Stadt (er)trägt Geschichte“, unter diesem Aufhänger entsteht 2023 ein Themenweg, der zeitgeschichtliche relevante Orte und Ereignisse in Krems und Stein verbindet. 20.000 Euro kosten die Stadt die einzelnen Installationen, die das Hauptaugenmerk auf die Nazi-Zeit legen. Das hat der Gemeinderat am vergangenen Mittwoch mit den Stimmen der SPÖ, KLS und ProKS beschlossen.

Dagegen stimmten die ÖVP und die FPÖ

Beide Parteien forderten eine umfassendere historische Betrachtung und äußerten Bedenken bezüglich der Wahrnehmung des Themenwegs von Touristen. „Gerade wenn Gäste zu uns kommen, halte ich es für nicht besonders einladend, nur diesen Teil zu beleuchten“, meinte FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz. ÖVP-Gemeinderätin Doris Berger-Grabner ergänzte: „Vor allem im Hinblick auf unsere budgetäre Situation sehen wir dieses Projekt nicht als dringend notwendig.“ Ärger rief diese Äußerung bei KLS-Mandatar Wolfgang Mahrer hervor: „Ich bin erschüttert von einer Partei zu hören, wegen 20.000 nicht mitzumachen. Es ist für jeden eine Schande, der hier dagegen stimmt.“