Schlangen-Exot in Bananenschachtel. Vipernatter unbemerkt aus Supermarkt mitgenommen. Das Tier ist nun im Reptilienheim.

Erstellt am 18. Mai 2015 (08:44)
NOEN, privat
Diese Vipernatter fand ein Gärtner in einer Bananenschachtel, die er aus einem Supermarkt in Krems mitgenommen hat.
Da staunte ein Gärtner nicht schlecht: Er nahm leere Bananenschachteln aus einem Kremser Supermarkt mit, doch bei der Heimfahrt stellte er fest, dass er einen blinden Passagier an Bord hatte – eine bei uns nicht heimische Vipernatter!

„Das Tier ist ungiftig, sieht aber einer giftigen Kreuzotter aufgrund des Zickzack-Streifens am Rücken ähnlich“, erklärt Georg Jachan vom Reptilienheim in Gföhl, dem das Tier übergeben wurde und der sich nun darum kümmert.

„Das Tier ist ungiftig, sieht aber einer Kreuzotter
aufgrund des Zickzack-Streifens sehr ähnlich.“
Georg Jachan

Doch wie kam es zu der Schlange in der Bananenschachtel? „Die Vipernatter ist in Westeuropa heimisch, von dort kam auch die Bananenlieferung“, erzählt Jachan. Es sei klar, dass es durch menschliche Interaktionen im Lebensraum dieser Tiere immer häufiger zu Überschneidungen komme. Jachan berichtet etwa von zwei Geckos, die bei einer Lieferung aus der Türkei im Vorjahr im Kremser Hafen ankamen. „So etwas passiert heutzutage immer häufiger.“ Der Reptilienexperte rät daher, lieber zwei Mal in solche Schachteln zu sehen. „Es kann ja auch einmal ein Skorpion oder eine gefährlichere Spinne drinnen sein.“

Jachan betont zwar, dass das Tier eventuell in unserem Klima überleben könnte („In der Südschweiz ist sie auch beheimatet“), erklärt aber auch, dass der Gärtner richtig gehandelt habe. „Experten des Vereins zum Schutz exotischer Reptilien und Amphibien stehen in solchen Fällen unter 0699/17809529 telefonisch zur Verfügung.“
Er rechnet damit, dass die Schlange ein „Pflegefall“ im Reptilienheim bleiben wird.