Sport-Mediziner Nehrer bei „Olympia-Kongress“ in Korea

Erstellt am 16. Februar 2018 | 06:07
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Kurz nach der Ankunft in Südkorea: Stefan Nehrer (links) mit Sportmediziner-Kollegen: Romain Seil (Präsident der Europäischen Sportmedizin-Gesellschaft), Karl-Heinz Kristen, Caspar Grim (Sommer-Olympia-Arzt, Deutschland), Holger Schmitt (Heidelberg) und Michael Krifter.
Foto: privat
Kremser Uni-Professor Stefan Nehrer war federführend bei der Organisation eines „Olympia-Kongresses“.
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Pünktlich zum Beginn der Olympischen Spiele machte sich auch ein renommierter Kremser auf den Weg nach Südkorea: Sportorthopäde Stefan Nehrer, Dekan und Professor an der Donau-Universität Krems, organisierte einen Sportmedizin-Kongress in Seoul. Mit dabei: betreuende Olympia-Ärzte.

Referate zur Behandlung von Spitzensportlern

Kurz vor seinem Abflug nach Seoul erklärte Nehrer in einem Telefonat mit der NÖN, wie es dazu kam: „Das ist über mich gelaufen, weil ich Präsident der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin bin.“

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Stefan Nehrer sieht sich die Olympischen Spiele als Fachmann aus der Nähe an.
Foto: Donau-Uni/A. Reischer

Diese Gesellschaft, der 1.200 Ärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als Mitglieder angehören, pflege seit etwa 20 Jahren Kontakt mit der koreanischen Sportmedizin-Gesellschaft: „So entstand im Vorjahr die Idee, anlässlich der Olympischen Spiele in Korea gemeinsam einen Kongress zu veranstalten, wo man sportmedizinische Probleme diskutiert und sich über die aktuellen Behandlungsmethoden bei Spitzensportlern austauscht.“

„Bei der Winterolympiade ist Österreich ein Herzeigeland.“Stefan Nehrer, Sportorthopäde und Uni-Dekan in Krems

Hintergedanke: Durch die räumliche Nähe können auch Ärzte an dem Kongress teilnehmen, die derzeit als Betreuer bei den Olympischen Spielen vor Ort sind. „Wir haben zum Beispiel Dr. Erich Altenburger aus Korneuburg mit dabei, der das ÖSV-Damenteam betreut, und Dr. Christian Schneider aus München, der die deutsche Bob- und Rodel-Mannschaft betreut“, freut sich Nehrer. Auch unter den Vortragenden: der FIS-Delegierte Hubert Hörterer. Sein Thema: „Medizinische Logistik auf den olympischen Pisten“.

Besuch bei Medizinern der Olympischen Spiele

Gleichzeitig sollen die als Zuhörer zum Kongress angereisten Ärzte die Möglichkeit haben, nach Pyeongchang zu pendeln, um sich die sportmedizinische Betreuung direkt vor Ort ansehen zu können, schildert Nehrer: „Die ärztliche Betreuung bei den Olympischen Spielen ist ja ziemlich komplex. Da ist alles vor Ort, damit man abklären kann, was zu tun ist, wenn ein Sportler Probleme hat.“

Allerdings sei die Organisation des Kongresses „eine gewisse Herausforderung“ gewesen, verrät Nehrer: „Zur Zeit der Olympischen Spiele ist dort natürlich alles sehr voll. Aber es hat sich dann sehr gut organisieren lassen. Wir sind in Seoul in einem Hotel. Von dort pendeln wir mit einem Schnellzug in anderthalb Stunden zu den Spielen.“

Großes Interesse an dem Kongress herrscht bei koreanischen und japanischen Ärzten, die einen großen Teil der 150 Teilnehmer stellen. Der Grund: „In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es sehr viel Expertise im Alpinsport, die weltweit gefragt ist“, erklärt Nehrer. „Bei der Winterolympiade ist Österreich ein Herzeigeland.“

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