Sperrt ÖBB auch die Kremser Kassa?. Befürchtung: Tickets bald nur mehr bei Automaten? Bahn will Partner für Kartenverkauf suchen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 27. November 2018 (05:42)
Die SPÖ protestierte in der Vorwoche bereits gegen die Schließung der Personenkassa am Kremser Bahnhof: Die Stadträte Helmut Mayer (links) und Werner Stöberl (rechts) mit der Pensionistin Josefine Eder und Wisam Al-Khamissi.
SPÖ Krems

Sind die Tage der Personenkassa am Kremser Bahnhof gezählt? Die Befürchtungen werden lauter – und die ÖBB dementiert den Plan auch nicht. Man sei auf Partnersuche …

Dem Vernehmen nach könnten viele Niederösterreicher bald vor verschlossenen Personenkassen stehen und auf Automaten angewiesen sein. „Oft passiert dann der Kauf von viel zu teuren Karten. Der Internetkauf ist ebenso nicht allen möglich, und die Beratung entfällt völlig“, so die Stadträte Helmut Mayer und Werner Stöberl, die gegen den Plan für Krems protestieren. Jedenfalls sei dies kein Anreiz, verstärkt auf die Öffis umzusteigen.

„Die ÖBB-Reisezentren und -Personenkassen sind uns sehr wichtig, dennoch erfolgt laufend eine wirtschaftliche Betrachtung der ÖBB-Standorte“, heißt es auf NÖN-Anfrage von ÖBB-Pressesprecher Karl Leitner. „Wir sind als Unternehmen verpflichtet, wirtschaftlich zu handeln, daher kann es hier auch zu Anpassungen kommen.“

 Zukünftige Lösung für Krems ist offen

 Eine konkrete Aussage zu Krems sei derzeit noch nicht möglich. „Wir können noch nicht sagen, ob es hier zu einer Schließung der Personenkassa kommt.“ Wichtig sei, dass im Vorfeld einer allfälligen „Umwandlung“ das Gespräch mit der regionalen Politik gesucht und diese auch rechtzeitig informiert werde. Ziel sei eine „gemeinsame Lösung“.

Was bedeutet das? „Bei allen kommenden Änderungen gilt der Grundsatz, dass der ,Point of Sale‘ (Verkaufsstelle, Anm.) auf jeden Fall im Ort erhalten wird – entweder durch einen Partner, der zentral gelegen und im Ort bekannt ist (z. B. Post, Trafik), oder die Kasse wird von anderen Partnern an ihrem jetzigen Standort weitergeführt.“ Für den Konsumenten ergibt sich damit laut ÖBB „keine Verschlechterung, sondern eine Ergänzung im Serviceangebot“.

Und die Bahn kündigt sogar eine Offensive an: Um höchstmögliche Servicekompetenz aufrecht zu erhalten, würden in manchen Städten auch „zwei oder mehrere Partner aufgebaut“. Somit hätten Kunden die Wahl und sogar mehrere Möglichkeiten, bequem zum Ticket zu gelangen.

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