Gift-Attentat: Osberger-Freunde zahlen Staranwalt. Gift-Attentäter erhält finanzielle Unterstützung für Kampf gegen Haft. Anwalt will Wiederaufnahmeantrag in Kürze einbringen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 21. Februar 2018 (04:59)
APA/Herbert Pfarrhofer
Helmut Osberger will seine lebenslange Haftstrafe um jeden Preiskippen.

„Ich war am Samstag bei ihm, da haben wir das weitere Vorgehen besprochen.“ Staranwalt Wolfgang Blaschitz bereitet einen Wiederaufnahmeantrag für seinen neuen Mandanten Helmut Osberger vor. Der Gift-Attentäter kämpft weiterhin mit aller Macht gegen seine 2009 ausgesprochene lebenslange Haftstrafe an.

Dafür müssen auch seine wenigen verbliebenen Freunde tief in die Tasche greifen. „Sie bezahlen meine Gage. Ich mache das Ganze ja nicht gratis, ich lebe schließlich von meiner Tätigkeit“, so Blaschitz. Osbergers früherer Anwalt Kurt Wolfmair ließ sich seine Dienste nicht vergüten.

NOEN-Archiv
Wolfgang Blaschitz hält eine Wiederaufnahme des Hirtzberger-Falls für realistisch.

Den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens möchte Blaschitz so „schnell wie möglich“ beim Landesgericht Krems einbringen. Realistisch sei es in zwei bis drei Wochen. Dann entscheidet der Kremser Richtersenat, ob das Verfahren wieder aufgenommen wird.

Für Blaschitz ist ein Wiederaufnahmeverfahren zwar „die schwierigste Rechtsangelegenheit, die es in unserem System gibt“, dennoch ist der Wiener optimistisch: „Wenn ich der Meinung wäre, dass die Bemühungen dafür Zeitverschwendung sind, würde ich es nicht machen.“

Sollte der Fall tatsächlich wieder vor Gericht kommen, dürfte die DNA Osbergers auf der Grußkarte, die dem vergifteten „Mon Cheri“ beigefügt war, ein entscheidender Faktor werden. „Es gibt eine Vielzahl an Theorien, wie die Spur auf die Karte gekommen ist“, so Blaschitz.