Stadtgraben-Sperre: „Gefahr für Schüler“. Direktorin kritisiert „chaotische Umstände“ am Hohen Markt wegen gesperrter Zufahrtsstraße. FPÖ übt Kritik an der Baubehörde.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 22. Januar 2020 (12:12)
Kein Durchkommen mehr: Zu Unterrichtsende herrscht am Hohen Markt ein heilloses Durcheinander. Die Sperre des Stadtgrabens habe die Situation sogar noch verschlechtert, sagt die Direktorin des Mary-Ward-ORG, Sandra Köhl.
Fotos: Martin Kalchhauser, Johann Lechner

Das Problem mit den „Elterntaxis“ am Hohen Markt ist beinahe schon so alt wie der historische Platz selbst, könnte man bei den zur Gewohnheit gewordenen Episoden des täglichen Wahnsinns vor dem Piaristengymnasium und den Mary-Ward-Schulen meinen. Mütter und Väter, die ihre Kinder direkt vor der Schultüre absetzen, verursachen regelmäßig ein Stauchaos in den Morgenstunden und nach Unterrichtsende kurz nach 13 Uhr.

Wer dachte, schlimmer könne die Situation nicht mehr werden, der wurde ab Ende Mai 2019 eines Besseren belehrt. Seitdem ist nämlich der obere Stadtgraben gesperrt, und Autofahrer kommen über die Margarethenstraße „von unten“ auf den Hohen Markt. Sind die Kinder also erst einmal abgesetzt oder wieder eingesammelt, bedarf es nun eines Umkehrmanövers auf engstem Raum, um aus dem Stadtzentrum zu kommen.

"Situation schwierig"

Dass dieses Verkehrsdilemma nun noch zumindest bis Schulschluss so bleibt, weil die private Baustelle im Stadtgraben länger dauert, als ursprünglich von der Behörde kommuniziert (die NÖN berichtete), macht Sandra Köhl, die Direktorin des Mary-Ward-Privat-ORG, sauer: „Die Situation ist dadurch sehr schwierig geworden, weil sich alles kulminiert.

Das führt zu chaotischen Umständen und ist auch nicht ungefährlich für die Schüler.“ Die Situation sei auch ohne Umleitung schon angespannt genug. Konträr schätzt Direktor-Kollegin Bärbel Jungmeier vom Piaristengymnasium die Lage ein: „Für mich ist die Sperre des Stadtgrabens gar nicht so störend. Ich habe sogar das Gefühl, der Verkehr ist dadurch weniger geworden.“

FPÖ-Gemeinderat Werner Friedl kritisiert, dass ein „Privater“ über die Öffentlichkeit geht.
NOEN

Kritisch äußerte sich unmittelbar nach Bekanntwerden der deutlich längeren Baustellendauer die FPÖ. Für Friedl hat die Baubehörde offenbar keine „Abwägung des Interesses der Öffentlichkeit an der Benützung der wichtigen Straße und dem Wunsch eines Privaten vorgenommen“.

Seitens des Magistrats äußerte sich Leopold Rohrhofer von der Verkehrsbehörde zu der Anschuldigung: „Es hat immer wieder mal private Baustellen gegeben, die längere Straßensperren erforderten. Beim oberen Stadtgraben gibt es kaum Beschwerden, wir halten den Rahmen aber trotzdem so eng wie möglich.“ Zudem sei es realistisch, dass die Straße schon im „April oder Mai“ wieder befahrbar ist.