Hilferuf aus der Justizanstalt: Heuer schon zehn Verletzte

Erstellt am 03. August 2022 | 05:25
Lesezeit: 2 Min
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Seit Monaten geforderte Verbesserungen in der Strafanstalt Stein bleiben aus.
Foto: Johann Lechner,
Personalnot ist für Justizwachebeamte größtes Übel. Erwartungen an „Gipfel“ am Mittwoch niedrig.
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Die Personalnot ist die Wurzel vieler Übel in der Jusztizanstalt Stein. Mit ihren Hilferufen an das Ministerium fühlen sich Personalvertreter und Gewerkschafter ungehört. Auch für ein Gespräch mit dem Generaldirektor für den Strafvollzug, Friedrich Alexander Koenig, mit dem Zentralausschuss am 3. August zeigt man sich wenig optimistisch.

Mit dem jüngsten Zwischenfall am 27. Juli, bei dem ein Häftling zwei Beamte verletzte, ist die Zahl der Opfer in diesem Jahr schon auf zehn gestiegen. „Wir haben Vorschläge gemacht, darunter die Zuteilung Beamter aus anderen Anstalten oder eine Assistenz des Heeres“, erklärt Gewerkschafter Bernd Schickl. „Aber es wurde alles abgelehnt. Wir fühlen uns vom Arbeitgeber allein gelassen.“ Zu wenig Personal und immer mehr extrem auffällige Insassen („Vollzugsstörer“), die permanenter psychiatrischer Behandlung bedürften, überforderten die Bediensteten.

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Gewerkschafter Bernd Schickl: „Fühlen uns alleine gelassen.“
Foto: Martin Kalchhauser

In den letzten Wochen habe es vier Kündigungen im aktuell 319 Personen starken Team der Uniformierten in Stein gegeben. „Es wird auch beim Gespräch diese Woche nicht viel herauskommen.“

Seitens des Justizministeriums wird betont, dass der Straf- und Maßnahmenvollzug „laufend an die aktuellen Erfordernisse und Entwicklungen angepasst“ werde. Die Haupturlaubszeit sei eine Herausforderung, doch das „Personalrecruiting“ genieße generell höchste Priorität. Man stehe dahingehend auch „in wiederkehrendem Austausch mit den Führungskräften der Justizanstalten. Der Personalunterstand konnte gegenüber 2019 deutlich reduziert werden.“

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