Erstellt am 05. November 2014, 09:06

von Udo Sagl

Holzschuppen steht unter Denkmalschutz. Probleme bei der Erweiterung der Zahnmedizin-Uni: Das Projekt musste umgeplant werden, um ein altes ÖBB-Lager zu erhalten.

Keine Augenweide, aber »erhaltenswert«: Schuppen und Rampe des Bahnhofs Stein.  |  NOEN, Lechner

„Besonders schön“: Das Urteil des Kremser Gestaltungsbeirats fällt sehr positiv aus. Demnach könnte die geplante Erweiterung der Danube Private University (DPU) eine Bereicherung des Ortsbildes werden.

Dabei musste man das Projekt zuletzt noch einmal umplanen. Denn auf dem von der DPU erworbenen Grundstück, dem Gelände des Bahnhofs Stein-Förthof, befindet sich auch ein alter Lagerschuppen der ÖBB.

„Entgegen ursprünglichen Annahmen steht dieses Holzgebäude unter Denkmalschutz“, wundert sich Marga Wagner-Pischel, Präsidentin und Gründerin der Zahnmedizin-Uni. Folge: Der Schuppen wird nun in das Gesamtprojekt einbezogen – ebenso wie die dazugehörende Rampe. „Wir wollen das Bestmögliche daraus machen und einen Skulpturenpark gestalten“, kündigt Wagner-Pischel an.

„Es ist halt so“

Dass die eher schäbig wirkende Holzhütte amtlich sanktionierten Schutz genießt, sorgt auch im Rathaus für Kopfschütteln. Bau-Stadtrat Gottfried Haselmayer will die seltsame Sachlage aber nicht kommentieren: „Es ist halt so.“

Im Landeskonservatorat erklärt Abteilungsleiter Hermann Fuchsberger die Groteske mit dem Status „technisches Denkmal“, der das gesamte Steiner Bahnhofsgelände (laut Bescheid des Bundesdenkmalamtes) als erhaltenswert einstuft.

Dass das Bahnhofsgebäude selbst stehen bleibt und von der DPU mitgenutzt wird, reicht aus Sicht der Behörde nicht aus, um die Auflagen zu erfüllen. „Denn auch das Lagergebäude und die Rampe sind ein integrativer Bestandteil der Bahnhofsanlage“, so Fuchsberger. In der Praxis heißt das: Sogar die Schienen stehen unter Denkmalschutz. Aber die braucht man sowieso für die Wachaubahn . . .