Justizanstalt ist „kein Fünf-Sterne-Hotel“. Attacken gegen Beamte brachten einem Verurteilten weitere 18 Monate hinter Gittern ein.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:28)
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Eine Justizanstalt ist kein Fünf-Sterne-Hotel, wie einem Slowaken letztlich nachdrücklich vor Augen geführt wurde. Der 23-Jährige, der wegen Einbruchdiebstahls eine 15-monatige Gefängnisstrafe in Stein absitzen muss, benahm sich aber wie ein Feriengast, wie ein Justizwachebeamter im Zeugenstand schilderte: „Er glaubte, auf Knopfdruck bekommt er eine neue Zelle, Spritzen oder Medikamente. Wurden ihm die Wünsche verwehrt, sah er rot. Bei jeder Kleinigkeit, die ihm nicht passte, rastete er aus und ließ nicht mit sich reden.“

Unter anderem stieß der Slowake Morddrohungen gegen Beamte und die Anstaltspsychiaterin aus und wurde mehrfach gegen die Aufsichtspersonen renitent. Seinen Zellengefährten nötigte er unter Faustschlägen dazu, den Fernseher im gemeinsamen Haftraum zu zerlegen und wieder zusammenzubauen.

Vor Gericht zeigte sich der Slowake wenig einsichtig. „Wenn Sie ihr Verhalten nicht ändern und es so weitergeht, werden Sie nie aus dem Gefängnis kommen“, meinte die Richterin. Sie verhängte über den aufsässigen Häftling weitere 18 Monate hinter Gittern. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.