Rätsel um Küchensperre in Justizanstalt. In Stein ist die Lehr- und Beamtenküche gesperrt worden. Die Versionen, wie es dazu gekommen ist, variieren von „baulichen Mängeln“ bis zu „Hygieneproblemen“.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 20. Dezember 2017 (05:04)
NOEN, Horst Sommer
Die Justizanstalt Stein

Neuigkeiten aus Österreichs größter Justizanstalt: Die Lehr- und Beamtenküche musste mehrere Tage gesperrt werden. Erst am Montag soll sie wieder in Regulärbetrieb gegangen sein.

Über den Grund der Küchensperre kursieren innerhalb der Mauern der Justizanstalt mehrere Versionen.

Personalvertreter-Chef Söllner spricht von Hygieneproblemen

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Personalvertreter-Chef Roman Söllner berichtet über eine Zwangsschließung der Küche.

Während Personalvertreter-Chef Roman Söllner behauptet, die Küche sei nach einem Besuch des Lebensmittelinspektors wegen Hygieneproblemen und baulicher Mängel zwangsgeschlossen worden, sagt Justizanstalts-Mediensprecher Günter Ropp, dass lediglich die Behebung kleinerer baulicher Mängel der Grund für die Schließung sei. „Und das ist auf freiwilliger Basis erfolgt, damit wir Zeit haben, um die Mängel zu beheben.“

Konkret nennt Ropp unter anderem die Ausbesserung abgeschlagener Fliesen. Hygienemängel habe es nur in der Form von Dreck gegeben. „Und das ist auch klar in einer Küche, die 25 Jahre alt ist.“

NÖN-Archiv
Laut Günter Ropp wurde die Küche nicht vom Lebensmittelinspektor zugesperrt.

Nicht ganz so harmlos beschreibt der Betriebsleiter der Lehr- und Beamtenküche, Johann Weichselbaum, den Grund für die Schließung der Küche. In einem der NÖN vorliegenden Mail an die Stein-Beamten schreibt er von „gravierenden baulichen Mängeln“.

Rund ein Drittel aller Justizwachebeamten beziehen ihr Mittagsmahl aus der Lehr- und Beamtenküche. Köche sind die Gefängnisinsassen. Hunger leiden mussten die Beamten in der Zeit der Sperre nicht, es soll eine Art „Not-Menü“ gegeben haben.