Teures Parken: Penny-Kundin soll 198 Euro zahlen. Drei Stunden auf dem Penny-Parkplatz in der Austraße kommen Mauternerin teuer. Konzern verteidigt Vorgangsweise mit Auftrag an Fremdfirma und Rechtsanwalt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 05. Oktober 2019 (06:44)
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„Tatort“ Penny-Parkplatz Austraße: Gabriele Hofer muss für drei Stunden 200 Euro zahlen.Kalchhauser

Drei Stunden stand der Pkw der Mauternerin Gabriele Hofer am 2. September auf dem Penny-Parkplatz in der Austraße. Illegal. Daher muss sie 198 Euro an einen Rechtsanwalt überweisen. Sonst werde sie wegen Besitzstörung geklagt …

Wer nicht zahlt, riskiert Besitzstörungsklage

Per Post erhielt sie einen Brief eines Linzer Rechtsanwalts, der für die Wiener Firma Parkrecht GmbH im Auftrag von Penny tätig wurde. Wenn sie die 198 Euro zahle, könne sie eine Besitzstörungsklage abwenden.

Hofer bestreitet ihr Fehlverhalten nicht, allerdings kommt ihr die Maßnahme überzogen vor. „Der Parkplatz ist die meiste Zeit halb leer“, stellt sie fest, dass sie sicher keinem Kunden einen Platz weggenommen habe. „Eine Verwarnung wäre ja auch eine Möglichkeit gewesen“, so die Ersttäterin. Es seien auch andere Pkw-Halter betroffen gewesen, die das Vorgehen seitens Penny für eine „Abzocke“ halten.

„Strafen werden nicht sofort nach Ablauf der erlaubten Parkdauer von einer Stunde verhängt“, betont Pressesprecher Paul Pöttschacher vom Rewe-Konzern, zu dem Penny gehört. In diesem Fall habe diese jedoch weit mehr betragen. „Wir hatten vor der Überwachung des Parkraums an diesem Standort leider immer wieder Probleme mit Dauerparkern, deshalb haben wir uns für eine Parkraumüberwachung entschieden.“ Die Auslastung am betreffenden Tag sei dafür unerheblich. „Überall werden Parkgebühren erhoben, wenn wir auf diese Entwicklung nicht reagieren, werden Kundenparkplätze leider als Dauerparkplätze missbraucht.“

In Kulanz biete man der Kundin aber eine Ratenzahlung an.