Überwiegendes Ja zur Impfung im Spital und bei SeneCura. Kremser Universitätsklinikum machte den Anfang. Auch im Heim Brunnkirchen war das Interesse groß. „Zwang“ dementiert.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 21. Januar 2021 (05:34)
Die Impfungen im Universitätsklinikum Krems begannen am vorvergangenen Wochenende.
LGA

Angelaufen sind die Covid-Impfungen im Universitätsklinikum Krems und bei SeneCura, das die Heime in der Alauntalstraße (Thorwestenheim) und Brunnkirchen sowie das Betreute Wohnen in der Ringstraße betreibt.

Impfbereitschaft liegt bei rund 70 Prozent

Während der Ärztliche Direktor Heinz Jünger von „erfreulich hoher Impfbereitschaft innerhalb des Klinikums“ spricht, behaupten Skeptiker, zur Impfung „gedrängt“ zu werden. Der Behauptung, dass sich auf einigen Stationen nur eine Handvoll Pfleger impfen lassen wollen, widerspricht Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur (LGA): „Aber natürlich gibt es Mitarbeiter, die zuwarten wollen.“

Druck werde jedenfalls keiner ausgeübt. Man verfolge die „Strategie einer offenen Kommunikation. Aufkommende Fragen werden ehrlich und direkt beantwortet.“ Die Impfbereitschaft im Kremser Klinikum liege „bei 70 Prozent“.

„Es wollen sich mehr impfen lassen als Impfstoff da ist"

Dies bestätigt auch Betriebsrats-Chef Josef Sattler. „Es wollen sich mehr impfen lassen als Impfstoff da ist!“, erklärt der Arzt. Immerhin gebe es im Haus rund 1.400 Bedienstete und unter diesen natürlich Fragen – etwa, ob sich jene, die Corona hatten und vermutlich Antikörper haben, impfen lassen sollen. Vorrang hätten bei den Impfungen die Mitarbeiter „an der Front“, darunter die Covid-Stationen (4A und 4B), die Intensivmedizin, die Ambulanzen und die Onkologie.

„Wenn jemand empfindet, dass er unter Druck gesetzt wird, soll er sich bei mir melden!“, meint Sattler. „Wenn eine ,Impfpflicht‘ kommen sollte, brauchen wir eine Betriebsvereinbarung.“ Seine Position sei: „Ich bin dafür, dass jeder geimpft wird, der will und keiner bedrängt wird, der nicht will.“

„Gute Impfstimmung“ in Seniorenheimen

Ebenfalls angelaufen sind die Impfungen beim Seniorenheim-Betreiber SeneCura.

Impfung im SeneCura-Heim Brunnkirchen: So wie Isolde Haslinger ließen sich rund 30 weitere Bedienstete immunisieren.
SeneCura

Erledigt ist die Aktion bereits in Brunnkirchen, das Thorwestenheim (20. 1.) und die Ringstraße (21. 1.) kommen diese Woche dran. „In Brunnkirchen wurden bis auf einen der 50 Bewohner (aus medizinischen Gründen) alle geimpft“, ortet Geschäftsführer Claus Dobritzhofer eine „gute Impfstimmung“. Rund 30 Mitarbeiter (Angestellte und Ehrenamtliche) haben den ersten Teil des Serums auch bekommen. Allgemeinmedizinerin Sabine Stadler und ihr Team ernteten allseits Lob für ihre Arbeit.

Bis zuletzt war es zwar spannend, ob der Impfstoff rechtzeitig kommen würde (er traf erst am Vortag um 19 Uhr ein), aber, so Dobritzhofer: „Wir haben genau richtig bestellt und nichts weggeschmissen.“

Wenn die aktuellen Impfungen in Thorwestenheim (rund 400 Leute) und Ringstraße (90) zusätzlich zu den 80 Brunnkirchen dazu kommen, werde man bei SeneCura rund 570 Leute immunisiert haben.