Erstellt am 17. Januar 2017, 05:00

von Thomas Werth

Amoklauf und Flug-Chaos. Attentat in Fort Lauderdale, Schnee-Chaos in Istanbul: Diesen Urlaub vergisst Volker Höferl wohl nie.

„Es ist schön in Trabzon. Nur ich wollte nie dort hin.“ Volker Höferl nahm seinen Problem-Trip mit Humor.  |  privat

Das Ende seines Golfurlaubs in Florida hat sich Volker Höferl (38) sicherlich anders vorgestellt – durch das Schussattentat in Fort Lauderdale und ein Schneechaos in der Türkei verzögerte sich seine Heimkunft um fünf Tage. Aber der Reihe nach.

Am letzten offiziellen Tag seines Urlaubs wollte der in Krems aufgewachsene und mittlerweile in der Steiermark lebende 38-Jährige zusammen mit einem Freund in der Nähe des Flughafens in Fort Lauderdale noch eine Golfrunde spielen. „Bereits am Golfplatz hörten wir selbst für die USA ungewöhnlich oft Polizeisirenen“, erzählt Höferl. Die beiden dachten zunächst an einen großen Unfall.

„Ich werde natürlich wieder reisen, auch wieder in die USA. Was passiert ist, ist passiert, wir sind ja gesund“

Volker Höferl

Am Weg zum Flughafen merkten sie bald, dass es mit dem Heimflug an diesem Tag wohl nichts mehr werden würde. „Wir standen bereits im Stau. Dann schickte mir meine Freundin von zu Hause aus einen Link und ich wusste, wir fliegen heute nicht mehr.“ Denn in dem verlinkten Bericht war bereits von den Schüssen am Flughafen zu lesen. Ein Ex-Soldat hatte fünf Menschen am Flughafen erschossen, acht weitere verletzt – nur rund eine halbe Stunde, bevor Höferl am Flughafen angekommen wäre.

Flug umgebucht, Weiterreise nach Tampa

Die beiden mussten also ihren Flug irgendwie umbuchen. „Wir gingen zur nächsten McDonalds-Filiale, weil es dort W-LAN gibt. Allerdings war die Hotline der Fluglinie komplett überlastet, es hat drei Stunden gedauert, bis wir umbuchen konnten“, so Höferl. Sie mussten daraufhin vier Stunden nach Tampa fahren.

Tags darauf flogen sie nach Atlanta, von dort aus sollte es noch am selben Tag nach Istanbul gehen. Sollte – denn aufgrund des Schneechaos in Istanbul hob der Flieger gar nicht erst ab, sie wurden auf den Sonntag umgebucht. Im ersten Flieger von Atlanta nach Istanbul war dann auch der 38-Jährige mit an Bord – doch auch dieser Flug sollte nicht zur Routine werden. „Wir waren bereits im Landeanflug auf Istanbul, als sich plötzlich der Pilot meldete und sagte, wir können aufgrund des Schnees nicht landen“, berichtet Höferl.

„Ich werde natürlich wieder reisen“

Also ging es weiter nach Trabzon, 1.000 Kilometer von Istanbul entfernt. „Am dortigen Flughafen landeten zwei Boeing 777, es waren 750 Menschen gleichzeitig am Flughafen – und drängten zu den zwei vorhandenen Gepäckbändern“, berichtet der 38-Jährige. Danach ging es in Shuttle-Bussen zum Hotel. „Das Hotel war schön, aber es wusste niemand, wie es mit uns weitergeht“, so Höferl. Erst am nächsten Tag wurden die nicht eingeplanten Hotelbewohner angerufen, dass es zurück nach Istanbul geht. Vergangenen Mittwoch landete Höferl dann gegen Mittag in Wien.

„Selbst für die USA sind das viele Sirenen“, sagte Volker Höferl, noch bevor er wusste, was am Flughafen in Fort Lauderdale passiert ist.  |  NOEN, privat

Die Freude am Reisen hat ihm das aufregende Ende des Golftrips aber nicht genommen. „Ich werde natürlich wieder reisen, auch wieder in die USA. Was passiert ist, ist passiert, wir sind ja gesund“, so Höferl.

Auch die Tatsache, dass er nur knapp das Attentat am Flughafen in Fort Lauderdale „verpasst“ hat, bringt ihn nicht aus der Ruhe: „Ich verschwende keinen Gedanken daran, was passiert wäre, wenn ich eine halbe Stunde früher am Flughafen gewesen wäre. Heutzutage kann leider überall irgendjemand durchdrehen, man kann in niemanden hineinsehen.“ Er war stattdessen aus einem anderen Grund froh, nicht zum Zeitpunkt des Attentats am Flughafen gewesen zu sein. „Ein Freund von mir war zu diesem Zeitpunkt dort und durfte dann elf Stunden den Flughafen nicht mehr verlassen“, erzählt er.

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