Tourengruppe bezwang zwei Viertausender. Franz Langthalers Tourengruppe am Strahlhorn (4.190 m) und Allalinhorn (4.027 m). Nur Viertausender Nummer 3 scheiterte an der sich verschlechternden Witterung.

Erstellt am 04. September 2018 (03:52)
F: privat
Die sieben Waldviertler Alpinisten am Gipfel des 4.190 Meter hohen Strahlhorns: Alois Hameder, Leopold Mayerhofer, Stefan Grusch, Eva Maria Vogel, Tourenleiter Franz Langthaler, Georg Tüchler und Rolf Werner (v. l.).

Hochtourenführer Franz Langthaler aus Krems war Anführer einer siebenköpfigen Bergsteigertruppe aus den ÖAV-Sektionen Horn, Waldviertel und Melk – sechs Männer und eine Frau –, die in den Walliser Alpen (Schweiz) zwei beachtliche Gipfelsiege erringen konnte.

Zur Akklimatisierung in Bergsteigerunterkunft übernachtet

Die Walliser Alpen sind ein mächtiger Gebirgsstock mit ausgedehnten Gletscherströmen und faszinierenden Gipfeln, ganze 41 davon sind über 4.000 Meter hoch. Ein berühmter Talort ist der vom Alpinen Skilauf bekannte Fremdenverkehrsort Saas Fee. Die Waldviertler Alpinisten waren schon im Jahr 2016 in den Walliser Alpen unterwegs und haben damals den Dom bezwungen. Heuer war das Strahlhorn, mit 4.190 Meter das Tourenziel – und je nach Gletscherverhältnissen und Wetterlage waren weitere Viertausender-Touren geplant.

Zwecks Höhenakklimatisation nächtigten die 7 Waldviertler bei der Anreise auf 1.800 Metern in einer Bergsteigerunterkunft in Saas Fee und stiegen am Folgetag zur auf 3.030 Meter gelegenen Britanniahütte auf. Der Zustieg erfolgte über den im Jahr 2014 eingerichteten Gletscherweg mit Start am Mattmark-Staudamm.

Am ersten Tourentag war das Wetter noch ein wenig unsicher, hinderte die Waldviertler Alpinisten aber nicht an der Besteigung des Allalinhorns über den verschneiten Hohlaubgrat. Am Gipfel des 4.027 Meter hohen Berges kam die Sonne durch und eröffnete erste Blicke auf das grandiose Berpanorama der Walliser Alpen.

Auch der zweite Gipfelsturm wurde erfolgreich bewältigt

Am zweiten Tourentag stand der Höhepunkt, die Besteigung des Strahlhorns, am Programm. Bereits bei Dunkelheit und sternklarem Himmel ging es im Schein der Stirnlampen los, und um die Mittagszeit standen die Waldviertler Alpinisten am Strahlhorn, das auch der „Aussichtsberg“ der Walliser Alpen genannt wird. Bei prachtvollem Wetter wurde Gipfelrast gehalten. Von oben kann man an die 20 Viertausender sehen, im Süden reicht der Blick hinunter bis zur Mittelmeerebene.

Nach dem Abstieg war Regeneration angesagt, da am Folgetag ein weiterer 4.000er, das 4.199 Meter hohe Rimpfischorn, am Plan stand. Bei nochmals wolkenlosem Himmel machte sich die Tourengruppe wieder in der Dunkelheit auf den Weg.

Der lange Gletscheranmarsch, der einige Steileispassagen mit nicht sehr einladenden Spaltenzonen beinhaltet, und das sich verschlechternde Wetter verhinderten jedoch die Ersteigung des dritten Viertausenders. Am frühen Nachmittag erreichte die Gruppe den auf 4.001 Meter gelegenen Vorgipfel und beschloss aufgrund des schlechter werdenden Wetters, auf den Gipfelaufstieg zu verzichten.

Der Abstieg erforderte nochmals Konzentration und Kondition, ehe man um 16 Uhr nach beinahe zehn Stunden Marschzeit hungrig und müde, aber stolz ob der alpinistischen Leistungen, wieder die Britanniahütte erreichte. Es versteht sich von selbst, dass dann die beiden Gipfelsiege ein wenig gefeiert wurden – und auch bereits über die Hochtourenwoche 2019 beraten wurde, die wieder in das Reich der 4.000er führen wird.

Die Tourenmitglieder waren (in alphabetischer Reihenfolge):

Stefan Grusch, wohnhaft in Horn (ÖAV Horn), Bezirkshauptmann von Gmünd

Alois Hameder, wohnhaft in Yspertal (ÖAV Melk, Ortsgruppe Yspertal)

Leopold Mayerhofer, wohnhaft in Horn (ÖAV Horn), Notar

Franz Langthaler, wohnhaft in Krems (ÖAV Horn), Bundesheer-Oberst

Georg Tüchler, geboren in Zwettl (ÖAV Waldviertel, Ortsgruppe Zwettl)

Rolf Werner Schwarzenau (ÖAV Waldviertel, Ortsgruppe Heidenreichstein)

Eva Maria Vogel, geb. in Roiten bei Zwettl (ÖAV Waldviertel, Ortsgruppe Zwettl)