Weltbild schließt in der Landstraße. Filiale sperrt mit Ende Jänner zu und begründet dies mit Standort. Damit bleibt dort nur die Buchhandlung Schmidl über.

Von Thomas Werth. Erstellt am 28. September 2017 (05:13)
Johann Lechner
Andreas Gausterer von der Buchhandlung Schmidl gibt sich trotz der schlechten Zeit für stationäre Buchhandlungen kämpferisch: „Ich habe nicht vor zuzusperren, auch wenn die Zeit nicht lustig ist.“

Damit war es bald nur mehr eine. Nach Lainer und Böck verliert die Innenstadt mit der Weltbild-Filiale die nächste Buchhandlung. Das Unternehmen wird den Standort in der Unteren Landstraße mit Ende Jänner schließen. „Die Situation ist dort nicht erst seit kurzem schwierig.

Die Lage fast am Ende der Einkaufsstraße ist nicht optimal und kein Vergleich zu Geschäften beim Steiner Tor“, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Salzburg. Daher wurde nun die Reißleine gezogen: „Wir haben mittelfristig bis langfristig nicht die Perspektive gesehen, einen Turnaround zu schaffen.“

Buchpreise sind eingefroren

Und somit wird ab dem kommenden Jahr die Buchhandlung Schmidl die (zumindest vorerst) letzte ihrer Art in der Innenstadt sein. „Lustig ist die heutige Zeit nicht für uns“, betont auch deren Geschäftsführer Andreas Gausterer. Grund dafür ist vor allem die riesige Online-Konkurrenz, allen voran der Internet-Riese Amazon.

NOEN, Johann Lechner
Die Weltbild-Filiale in der Unteren Landstraße schließt mit Ende Jänner. Grund dafür ist ein zu niedriger Umsatz, der vor allem der Lage geschuldet sein soll.

„Die Leute sind bequem – und ein Buch ist das Einfachste, was man bestellen kann“, so Gausterer, der vor allem mit einem breiten Sortiment punkten möchte: „Wir haben langjährige Erfahrung und wissen genau, was unsere Kunden benötigen.“

Zu der Online-Misere gesellt sich noch ein zweiter Faktor, der dem stationären Buchhandel zu schaffen macht: „Unsere Kosten werden immer mehr, aber die Buchpreise sind eingefroren. Ein Taschenbuch kostet immer noch dasselbe wie vor zehn Jahren“, so Gausterer, der auch selbst einen Online-Shop anbietet. „Aber das ist sehr mühselig. Bei uns wird nur das bestellt, was die Leute bei Amazon nicht kriegen – und das sind dann meist komplizierte Einzelstück-Importe“, erzählt Gausterer.