Wenig Chance für Geschenke-Spät-Einkäufer. Der Heilige Abend fällt heuer auf einen Sonntag. Obwohl Familienbetriebe aufsperren dürfen, tun es die meisten nicht.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 14. November 2017 (05:11)
NOEN, Lechner
Vorreiterin: Juwelierin Alexandra Jurtschitsch hat bis jetzt als einzige Geschäftsbetreiberin in der Innenstadt bekannt gegeben, am 24. Dezember aufzusperren.

Wer kennt sie nicht, Last-Minute-Shopper, die erst am Vormittag des 24. Dezember in die Geschäfte gehen, um die Geschenke für ihre Liebsten zu besorgen? Heuer sollten die Spätberufenen allerdings nicht so lange mit dem Weihnachtseinkauf zuwarten. Der Heilige Abend fällt auf einen Sonntag und trotz Ausnahmeregelung werden die meisten Geschäfte nicht aufsperren.

Theoretisch öffnen dürfen gemäß der niederösterreichischen Regelung ohnehin nur Familienbetriebe in sogenannten Tourismusgemeinden, zu denen auch Krems zählt. „Als Tourismusgemeinde muss man gewisse Charakteristika unter anderem in den Bereichen Infrastruktur, Angebote und Hotels erfüllen“, erklärt Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Herbert Aumüller. Etwa die Hälfte aller niederösterreichischen Gemeinden sind als Tourismusgemeinden anerkannt.

Keine Empfehlung für Betriebe

Seitens der Wirtschaftskammer gibt Aumüller keine Empfehlung für die Kremser Betriebe ab. „Wenn sie sich Umsätze erwarten, sollen sie aufsperren. Persönlich fühle ich mit allen mit, die am 24. vor verschlossenen Türen stehen, weil ich mich auch eher zu den Letzt-möglich-Käufern zähle.“

Seine Konditorei nicht aufsperren wird Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann. Er will den 24. Dezember in Ruhe mit seiner Familie verbringen. „Der Handel wird höchstwahrscheinlich auch zuhaben. Die Leute feiern das Weihnachtsfest wieder bewusster und machen sich früher Gedanken über Geschenke.“ An einen Umsatzverlust glaubt Hagmann wegen der Schließung am 24. Dezember nicht. „Das wird sich alles einfach verschieben. Die Last-Minute-Käufer kommen dann schon am Samstag.“

Ähnlich sieht es auch Kaufmannschafts-Obmann Ulf Elser. Laut dem Apotheker fallen aber ohnehin nur rund zehn Geschäfte in der Kremser Innenstadt in die Kategorie Familienbetrieb. Dass viele die Gelegenheit nutzen werden, glaubt Elser nicht. „Ich habe derzeit noch keinen Überblick, aber was ich so mitbekommen habe, ist die Begeisterung über die Ausnahmeregelung nicht recht brüllend. Das ist auch verständlich bei der langen Vorweihnachtszeit.“

„Ich weiß, dass es kein Bombengeschäft wird“

Bereits in der ORF-Sendung „Niederösterreich heute“ angekündigt, dass sie aufsperren wird, hat Juwelierin Alexandra Jurtschitsch. „Meine Kinder sind erwachsen, da ist es kein Problem“, so Jurtschitsch. Bis 14 Uhr wolle sie für „Leute, die davor nicht dazugekommen sind“, offen haben. „Auch wenn ich weiß, dass es kein Bombengeschäft wird.“ Auch überlegt, ob sie am Heiligen Abend aufsperrt, hat Evelyn Pöchhacker von der Boutique Paolo. „Mittlerweile habe ich mich aber dagegen entschieden. Es wäre schade um den schönen Sonntag“, teilt Pöchhacker mit.

Von seiner Branchenkollegin nicht unter Druck setzen lässt sich Uhrmachermeister und Juwelier Fritz Reiter: „Wir haben eh schon rund um die Uhr offen.“ Ihre Entscheidung von den anderen Geschäften abhängig machen will Monika Hofstäter von Marianne Hut- und Wäschemoden. „Unsere Kunden sagen bis jetzt aber, dass es absolut nicht notwendig ist.“

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