WhatsApp von Schule verbannt?. Der Erlass des Landesschulrats zur Meidung von Facebook und Co. stößt nicht überall auf Verständnis.

Von Petra Vock. Erstellt am 27. November 2018 (02:44)
HAK-Direktor Gernot Hainzl: „Verbot schießt weit über das Ziel hinaus.“
NOEN

„Das generelle Verbot von zum Beispiel WhatsApp schießt meiner Ansicht nach weit über das Ziel hinaus“, wundert sich HAK-Direktor Gernot Hainzl über den Erlass des Landesschulrats, an Niederösterreichs Schulen künftig soziale Medien zu meiden.

An der HAK Krems wird zwischen Lehrern und Schülern nämlich durchaus per Whats App kommuniziert: „Kommunikationsformen, die in der Arbeitswelt und in der persönlichen Welt der Schüler verwendet werden, müssen auch Platz in der Schule haben. Wir haben insbesondere als berufsbildende Schule den Auftrag, Schüler bestmöglich auf die Arbeitswelt vorzubereiten“, argumentiert Hainzl. Deshalb biete man mit der COMIT-HAK ja sogar einen eigenen Schulzweig an, in dem es genau um diese Inhalte gehe.

Umgesetzt wird der Erlass trotzdem: So soll jetzt etwa auch die Facebook-Seite der HAK Krems in Kürze stillgelegt werden, wie Hainzl mitteilt. Nicht betroffen ist man am BRG Kremszeile: Hier wird sowieso nicht über WhatsApp kommuniziert, sondern über schulinterne Software, und es gibt auch keine Facebook-Seite.

Mit gemischten Gefühlen sieht BORG-Direktorin Barbara Faltl die Maßnahme des Landesschulrats. Für den Datenschutz-Aspekt hat sie durchaus Verständnis und hat die Lehrer am BORG ersucht, WhatsApp künftig nicht mehr zu nutzen: „Die Telefonnummern, die wir von den Schülern bekommen, können wir nicht an den Whats App-Server weitergeben, denn wir können ja nicht garantieren, was die damit machen.“

„Facebook zähle ich zur Öffentlichkeitsarbeit“

Andererseits hofft Faltl, den Facebook-Auftritt behalten zu dürfen, mit dem sich das BORG nach außen präsentiert: „Wir haben damit keine negativen Erfahrungen gemacht.“

Auf seine Facebook-Seite würde auch NMS-Direktor Alfons Russ nicht gerne verzichten: „Unser Facebook-Auftritt ist sehr lebendig, das zähle ich zur Öffentlichkeitsarbeit. Wir kommunizieren ja nicht darüber, sondern wir informieren.“

Kommuniziert wird an der NMS Krems nicht über Whats App, sondern über das gute alte Mitteilungsheft, wie Russ erklärt: „Das funktioniert immer noch besser als alles andere.“

An der HLF Krems tauschen sich Schüler mit Lehrern über schuleigene E-Mails und nicht über WhatsApp aus, wie HLF-Schülerin und Landesschülervertreterin Johanna Grassmann berichtet: „Ich würde aber auch nichts dabei finden, wenn ich mit einem Lehrer über Whats App kommuniziere. Für mich persönlich ist das nicht das größte Problem.“

Umfrage beendet

  • Ist ein Social-Media-Verbot an Schulen sinnvoll?