Wirbel nach Aus von Stadtmarketing-Chef Alfred Pech. Stadträtin Susanne Rosenkranz glaubt nicht an Krankheit als Grund für Abgang des Stadtmarketing-Chefs.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 26. November 2019 (04:08)
Der nunmehrige Ex-Stadtmarketing-Chef Alfred Pech (Zweiter von links) soll seine Mitarbeiter Michael Biedermann, der die Geschäftsführung interimistisch übernimmt, Jasmin Gurmann und Lisa-Maria Brunthaler nicht oder zumindest zu wenig in seine Arbeit eingebunden haben.
Martin Kalchhauser

Am Ende ging alles ganz schnell. Wenige Tage, nachdem das Gerücht, Alfred Pech könnte als Geschäftsführer der Stadtmarketing Krems GmbH aufhören, an die Öffentlichkeit gekommen war, tagte auch schon der Aufsichtsrat. Und noch am Abend nach der Sitzung ging eine Presseaussendung an die Medien: Alfred Pech scheide mit 21. November aus gesundheitlichen Gründen und im gegenseitigen Einverständnis als Stadtmarketing-Chef aus, heißt es darin. Nicht einmal acht Monate nach dem Amtsantritt ist der umtriebige 61-Jährige also schon wieder Geschichte.

FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz spricht von „totalem politischem Versagen“.
Lechner

Doch waren es wirklich gesundheitliche Gründe, die Pech zum Rückzug zwangen? FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz glaubt nicht. Sie habe gehört, dass er nicht wirklich krank sei. „Das war eine Demontage. Der Grund ist, dass er angeblich nicht mit seinen Mitarbeitern geredet hat.“ Rosenkranz ortet ein „totales politisches Versagen“ und nimmt Pech in Schutz: „So geht man mit jemandem nicht um. Der ist kein Wunderwuzzi, was soll er herumreißen?“

Politische Demontage? „Das ist lächerlich“

Vizebürgermeister Erwin Krammer (ÖVP), der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtmarketing Krems GmbH, weist die Kritik zurück. „Von politischer Demontage kann keine Rede sein, das ist lächerlich. Der Rückzug aus gesundheitlichen Gründen ist nachvollziehbar. Er hat in der ersten Oktoberhälfte eine schwere Operation gehabt und war über zwei Wochen im Spital. Nachher hat er gleich wieder Vollgas gegeben, was auch sicher nicht gescheit war. Dann hat er kurz Urlaub gemacht. Das geht so nicht.“

Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Krammer sah Alfred Pech nicht als Teamplayer.
F: Kalchhauser

Dass Pech nicht mit seinen Mitarbeitern geredet habe, bestätigt Krammer hingegen indirekt, wenn auch in abgeschwächter Form. „Er ist ein Einzelkämpfer und kann nicht delegieren. Am liebsten will er immer alles selber machen. Das ist nicht einfach für das Team. Und in gewisser Weise hat er sich damit fast ein wenig selbst ruiniert.“

Gewusst habe er von Pechs gesundheitlichen Problemen seit dem Sommer, sagt Krammer. Die Frage, ob vor der Vertragsauflösung Geld an Pech geflossen sei, beantwortet Krammer nicht. Es sei eine „einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses gewesen.“

Pech selbst beantwortete die Frage, ob sein Rückzug wirklich aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei, mit einem zögerlichen „Ja“. Alle weiteren Gerüchte wolle er nicht kommentieren. Was jetzt am Plan steht? „Urlaub machen.“ Von der Bildfläche verschwinden will Pech nicht. „Man wird mich auch in Zukunft noch in Krems sehen.“

Die interimistische Leitung des Stadtmarketings übernimmt Michael Biedermann. Der 47-Jährige stammt ursprünglich aus Schrems und ist ein Absolvent der HLF Krems. Noch in dieser Woche soll laut Krammer der Job ausgeschrieben werden. Im Jänner sind dann Hearings geplant, ehe im Frühjahr ein neuer Geschäftsführer seine Arbeit aufnehmen soll.