Krems

Erstellt am 19. Januar 2017, 05:30

von Jutta Hahslinger

„Wollte Fahrer mit Schuss nur schrecken“. Eine Fast-Kollision zweier Autolenker in einer Parkgarage ließ erbosten Beifahrer ausrasten: Er zückte Gaspistole und feuerte.

In der Tiefgarage des Bühl Centers zückte ein Autolenker eine Gaspistole.  |  NOEN, Lechner

„Wir wollten die Garage gerade verlassen, als er auftauchte und uns fast reingefahren wäre“, schildert ein 21-jähriger Rumäne vor Gericht und die Erinnerung an den Vorfall am 31. Oktober vergangenen Jahres in der Parkgarage im Bühl Center bringt sein Blut offensichtlich erneut in Wallung. Aufgebracht erzählt er, dass der gegnerische Autofahrer dann auch noch geschimpft und ihnen den Stinkefinger gezeigt habe. Daraufhin habe er halt zur Gaspistole gegriffen und einen Schreckschuss abgegeben.

„Deshalb schießt man doch nicht auf eine Person“, entgegnet Richterin Monika Fasching-Lattus und schüttelt sichtlich fassungslos den Kopf. Er habe doch eh nicht auf die Person gezielt, sondern nur in die Richtung des Autofahrers in die Luft gefeuert, war die lapidare Antwort des Beschuldigten.

Dreimonatige Bewährungsstrafe

Ruhe bewahrte der befeuerte Autofahrer, ein 28-jähriger Kamptaler. Als Jäger und Ex-Soldat habe er am Knall und Mündungsfeuer erkannt, dass da nicht mit scharfer Munition geschossen wurde. Es sei aber eine ausgesprochen unangenehme Situation gewesen und er habe die Polizei verständigt. „Ich wurde geschnitten und habe daraufhin nur mit einer Geste gefragt, was das soll. Geschimpft habe ich nicht. Ich habe den Ausraster des Beifahrers nicht provoziert“, schilderte der Kamptaler im Zeugenstand.

Der in Lerchenfeld wohnhafte Rumäne wurde wegen gefährlicher Drohung zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Nicht rechtskräftig.