Kremser Feuerwehren "besonders weiblich". Zahlreiche Bekenntnisse zur Wichtigkeit und segensreichen Tätigkeit der aktuell 6.650 Mitglieder der Feuerwehren im Bezirk gab es beim Bezirksfeuerwehrtag in der Landesberufsschule Langenlois. Langzeit-Verwaltungschef Karl Ramssl erhielt eine besonders selten vergebene Auszeichnung.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 22. Februar 2020 (18:12)

Groß ist die Freude bei Martin Boyer und seinem Team, dass der Frauenanteil in den 122 Feuerwehren des Bezirks Krems und den neun Feuerwachen im Kremser Stadtbereich im Landesvergleich ein besonders hoher ist. Immerhin 541 Frauen versehen in den Reihen der Silberhelme Dienst. Das gibt einen Anteil von 8,1 Prozent.

Wertschätzung für Feuerwehren

Nicht enden wollend war die Riege der Ehrengäste, die mit ihrem Besuch ihre Wertschätzung für die Arbeit der Helfer Ausdruck verliehen. Neben dem Landtagsabgeordneten Josef Edlinger und Bundesrätin Doris Berger-Grabner wohnten auch Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer und Militärkommandant Martin Jawurek sowie Vertreter der anderen Blaulichtorganisationen dem von Gernot Rohrhofer (ORF NÖ) moderierten Abend bei.

Gratis-Gastrecht in der Schule

Mit im Saal waren aber auch Vertreter aller 30 Landgemeinden - allen voran Langenlois-Bürgermeister Harald Leopold als Gastgeber - sowie seitens der Statutarstadt Krems Vizebürgermeisterin Eva Hollerer. Die Gruppe "Kamptal Blech" sorgte mit schmissigen Einlagen für die musikalische Gestaltung des Abends, bei der die Feuerwehr das Gastrecht in der Schule völlig kostenlos genoss.

"Wichtigster Sicherheitsfaktor"

Als "wichtigsten Sicherheitsfaktor in den Gemeinden" bezeichnete Stadtchef Leopold die Florianis, Bezirkshauptfrau Mayrhofer freute sich im Interview auf der Bühne, dass die Region im angelaufenen Jahr 2019 von größeren Katastrophen verschont geblieben ist, stellte aber fest, dass Behörden, Gemeinden und Wehren diese "Verschnaufpause" genützt hätten - etwa für Überarbeitung und Adaptierungen der Katastrophenpläne und Nachbesserungen bei Ausrüstungen und Material.

Zulauf zur Jugend ungebrochen

Bezirksfeuerwehrkommandant Boyer erinnerte an den Ausfall der Telekommunikation am 14. Oktober, der die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen gestellt habe. "Es gibt viele Notfälle, da wissen wir, was wir zu tun haben. Bei einem Technologie-Ausfall gibt es jedoch noch vieles zu klären und vorzubereiten." Aus der Statistik ist neben dem hohen Frauenanteil auch eine weitere erfreuliche Entwicklung herauszulesen: 348 Jugendliche sind in die Feuerwehren integriert und damit die Garantie für deren Fortbestand.

"Unbezahlbare" Leistungen

Wie wichtig dieser ist, zeigte eine Rechnung Boyers: Die 459.509 Stunden, die von den Mitgliedern 2019 freiwillig geleistet wurden, ergeben bei einem Stundensatz von 24 Euro eine Summe von knapp über 11 Millionen Euro. Die Arbeit der Kameradinnen und Kameraden ist damit in vielen Fällen im wahrsten Wortsinn unbezahlbar. 

Ausblick auf die Wahlen 2021

Ein Appell Boyers galt den Wahlen, die im kommenden Jahr wieder auf dem Kalender stehen. "Es ist wichtig, dass sich die Kommandanten, die nicht mehr weitermachen wollen, rechtzeitig um ihre Nachfolge kümmern", meinte der Bezirksfeuerwehrchef. "Es ist nicht leicht, vor den Wahlen kurzfristig jemanden aus dem Hut zu zaubern."

Große Bereitschaft zur Ausbildung

Wie Boyers Stellvertreter Engelbert Mistelbauer ausführte, ließen sich im Vorjahr 442 Mitlglieder ausbilden. 69 legten die Ausbildungsprüfzung (AP) Atemschutz erfolgreich ab (davon fünf in Gold), 29 die AP Technischer Einsatz (6 Gold), 11 die AP Feuerwehrboot (5) und 88 die AP Löscheinsatz (10).  Wieviel Engagement hinter den Leistungen der einzelnen Helfer steckt, demonstrierte Katrin Fischer (FF Engabrunn) besonders couragiert und sympathisch.

Voller Einsatz in den Wettkämpfen

Sie stellte das Team der "Feuerwehrsport Austria Damen" vor. Der Großteil dieser Wettkampf-Truppe, die im Vorjahr in Russland erfolgreich war und heuer nach Kasachstan reisen wird, kommt aus dem Bezirk Krems. Vor den Vorhang gebeten - und mit Feuerwehrtaschen ausgerüstet - wurden aber auch die Wettkampfteams der FF Marbach im Felde und Großreinprechts, die die Fahnen des Bezirks bei den Bundesfeuerwehrmeisterschaften 2020 in St. Pölten vertreten werden.

Verdienstkreuz für Karl Ramssl

Nach dem Lob aus dem Munde des Abgeordneten Josef Edlinger ("Eure Leistungen sind keine Selbstverständlichkeit!") kam es zu einer Reihe von Ehrungen. Eine ganz besondere Auszeichnung wurde dem Langzeit-Verwaltungschef Karl Ramssl (FF Etsdorf) zuteil. Er war 1998 bis 2011 stellvertrender Leiter des Verwaltungsdienstes im Bezirk Krems und ab 2011 dessen Chef. Dafür wurde dem nunmehrigen "FF-Pensionisten" mit dem selten vergebenen Verdienstkreuz des NÖ Landesfeuerwehrverbandes gedankt.

EHRUNGEN, AUSZEICHNUNGEN

  • Modulleiter Funk: Andreas Kuchlbacher, FF Etsdorf; Alexandra Munk, FF Elsarn am Jauerling
  • Modulleiter Grundlagen Führung: Martin Strondl, FF Furth-Göttweig
  • Feuerwehrarzt: Simon Görg, FF Stratzing
  • Stellvertreter des Leiters des Verwaltungsdienstes: Petra Herndler, FFSchiltern
  • Ausbilderverdienstabzeichen in Bronze: Martin Hofer, FF Rührsdorf; Georg Pekovits, FF Langenlois
  • Ausbilderverdienstabzeichen in Silber: Fritz Braunschweig, FF Oberfucha; Bettina Mold, FF Mauternbach
  • Ausbilderverdienstabzeichen in Gold: Christoph Firlinger, FF Hadersdorf; Alexandra Munk, FF Elsarn
  • Verdienstmedaille des NÖLFV 3. Klasse in Bronze: Julia Gerhold, FF Engabrunn; Pater Christoph Mayrhofer, FF Rossatz; Caroline Schaider, FF Lengenfeld; Ines Schwaiger, FF Garsten (OÖ); Herbert Starkl, FF Etsdorf; Markus Stricker, FF Etsdorf; Mario Wimmer, FF Krems
  • Verdienstzeichen NÖLFV 3. Klasse in Bronze: Katrin Fischer, FF Engabrunn; Walter Braunsteiner, Autobahnpolizeiinspektion Krems
  • Verdienstzeichen des ÖBFV 3. Stufe: Sascha Berner, FF Etsdorf
  • Verdienstkreuz des NÖLFV: Karl Ramssl, FF Etsdorf