Isoliert, aber nicht daheim? Keine Post in Quarantäne. Postler hinterließ Verständigungsschreiben im Briefkasten, weil Adressat zur Zeit der Zustellung angeblich nicht zu Hause war. Kremser befand sich aber in Quarantäne.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:25)
Symbolbild
privat

War der Briefträger einfach nur faul, oder wusste er über die Quarantäne Bescheid und durfte deswegen keine Zustellung vornehmen? Das fragte sich kürzlich ein Kremser, der in Hallein lebt und dort eine kuriose Geschichte mit der Post erlebt hat.

Der junge Mann wurde positiv auf das Coronavirus getestet und musste sich in häusliche Quarantäne begeben. Eine Nachbarin hob für ihn am 16. Oktober den Briefkasten aus und brachte die Post vorbei. Darin enthalten: Zwei Verständigungsschreiben der Post, dass behördliche Dokumente in der Geschäftsstelle in Anif hinterlegt wurden, weil sie an der Wohnadresse nicht zugestellt werden konnten – die übliche Vorgangsweise, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist.

Wichtige Bescheide wurden nicht zugestellt

Blöd für die Post: Der Kremser, der berufsbedingt in der 21.000-Einwohner-Gemeinde im salzburgerischen Tennengau lebt, befand sich zum Zeitpunkt der Zustellung bereits sieben Tage in Quarantäne und war somit definitiv daheim. Bei den behördlichen Dokumenten handelte es sich um die Absonderungsbescheide der Bezirkshauptmannschaft für den Kremser und seine Lebensgefährtin.

„Ich habe daraufhin bei der BH angerufen und gefragt, ob die bei der Post wissen können, dass ich in Quarantäne bin und deswegen nicht zustellen dürfen. Dort hat man mir aber gesagt, dass diese Informationen definitiv nicht weitergegeben werden“, erzählt der Betroffene, der sich „gefrotzelt“ fühlt: „Der Verdacht war ja schon länger da, dass Postmitarbeiter die Kontaktaufnahme mit Kunden nur halbherzig versuchen. Jetzt habe ich sogar den Beweis.“

Von der Post folgte auf NÖN-Anfrage nun die Entschuldigung an den Kremser. „Wir haben umgehend die Führungskräfte vor Ort kontaktiert und um Recherche und Stellungnahme ersucht. Die Kollegen teilten uns mit, dass mit dem Zusteller ein klärendes Gespräch geführt und dieser eindringlich auf unsere Qualitätskriterien hingewiesen wurde“, teilt Pressesprecher Michael Homola mit. Grundsätzlich sei es so, dass der Zusteller einen Zustellversuch unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen vornehmen müsse.