Böhmer befürwortet negativen Test für Disco-Besuch. Eventstage-Chef Josef Böhmer ist gegen einen Impfnachweis, aber für Vorab-Test als Einlasskriterium.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 03. Dezember 2020 (05:27)
Die Eventstage im Gewerbepark wird wohl noch einige Monate geschlossen bleiben. Sorgen müsse man sich um sein Unternehmen trotzdem nicht machen, sagt Geschäftsführer Josef Böhmer.
Franz Aschauer

Am 7. März ist in der der Eventstage im Gewerbepark das bisher letzte Mal gefeiert worden. Kein anderer Betrieb in Krems hat wegen des Coronavirus so lange schon seine Luken dicht.

Die NÖN sprach mit Geschäftsführer Josef Böhmer, wie sein Unternehmen die vergangenen knapp neun Monate überstanden hat und unter welchen Rahmenbedingungen eine Wiedereröffnung vonstattengehen kann.

NÖN: Die Eventstage ist seit knapp neun Monaten geschlossen. Ist Ihnen schon langweilig?

Josef Böhmer: Wir haben immer wieder gehofft, dass es vielleicht doch ein bisschen schneller geht. Von Langeweile bin ich Gott sei Dank weit entfernt. Wir arbeiten nach wie vor viele Konzepte aus. Für die Zeit, in der es dann wieder losgeht.

Wie hat Ihr Unternehmen die letzten Monate überstanden?

Eigentlich katastrophal. Ich habe jetzt nur die drei Monate vom Fixkostenzuschuss bekommen. Das war eine sehr schwierige Zeit. Die 80 Prozent Umsatzersatz vom November haben uns jetzt ein bisschen geholfen und Luft gegeben. Und jetzt warten wir ab, wie es weitergeht.

Haben Sie die Sorge, dass sich Trend hin zu privaten Feiern, der schon in den vergangenen Jahren zu beobachten war, durch das Coronavirus verstärkt hat und die Nachtgastronomie die Bindung zu den jungen Leuten verliert?

Die Angst habe ich überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich glaube, dass die jungen Leute jetzt gesehen haben, wie wichtig es ist, dass man sich am Wochenende schön anzieht, dass man fortgehen kann und dass man Leute trifft. Von den privaten Partys haben sie jetzt schon genug, glaube ich.

In der Altstadt haben die Lokale im Sommer offen gehabt, und das zum Teil deutlich länger als erlaubt. Der Schuss ging nach hinten los, im „Q-Stall“ gab es einen Cluster. Haben Sie Verständnis für Ihre Kollegen?

Ja und nein. Wenn es ums Überleben geht, und das war wahrscheinlich so, dann muss man das Risiko in Kauf nehmen. Für uns wäre es einfach zu hoch gewesen, weil so viele Gäste reinpassen.

Aber wären die Gäste nicht gerade in der riesengroßen Eventstage besser zu verteilen gewesen?

Natürlich. Wir haben auch schon ein Konzept angedacht, dass wir Tischservice machen. Wir haben dann aber zugewartet, ob es in den Herbst hinein nicht vielleicht doch besser wird, da war uns das Risiko dann aber einfach zu hoch.

In den nächsten Monaten erwarten uns Massentests und Impfungen. In der Nachtgastronomie ist bereits eine Debatte entstanden, ob Gäste der Einlass künftig nur noch mit einem Impfnachweis gewährt wird. Ist das für Sie denkbar?

Denkbar schon, aber ich finde es nicht richtig, den Gästen so einen Zwang aufzuerlegen. Wir werden sicher auf den Zug der mobilen Teststraßen, den der Verein der österreichischen Nachtgastronomie gerade konzeptmäßig bearbeitet, aufspringen. Wir werden schauen, dass wir Vortests machen. Also entweder beim Haupteingang, oder dass die Gäste schon vorab in den Teststraßen einen Test machen und mit dem Ergebnis zu uns kommen.

Die Eventstage wird noch einige Monate geschlossen sein. Wie ist das finanziell zu verkraften, wo es doch nach wie vor Kosten gibt, aber fast keine Einnahmen?

Man kann eigentlich nur zuwarten und schauen, dass man mit dem Verpächter ein gutes Einverständnis hat, und das habe ich auch mit der Familie Hauswirth. Sorgen muss man sich um die Zukunft der Eventstage nicht machen. Ich habe eine sehr gute Bank als Partner, die glauben an mich und meine Konzepte.