Gföhl, Krems: Nothilfe-Verein gegründet. Aktivisten Georg Jachan und Markus Golla schlossen sich zum „Verein für weltweite Nothilfe“ zusammen.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 16. Juli 2021 (07:15)
Nothilfe-Verein
Das Team des „Vereins für weltweite Nothilfe“ hat viel vor: Obmann Georg Jachan (r.), Stellvertreter Markus Golla, Schriftführerin Birgit Walter, Kassierin Miriam Sommer und Kassaprüfer Konstantin Berger (v. l.). 
GM

„Kräfte bündeln, gemeinsam noch mehr erreichen“ – das war die Motivation mehrerer Aktivisten der Region, sich zum „Verein für weltweite Nothilfe“ zusammenzuschließen.

Der Reptiliensachverständige Georg Jachan aus Gföhl organisierte bislang rund 500 Hilfsprojekte als Einzelperson – darunter Hilfstransporte in Krisengebiete in Europa und Asien. Auch Markus Golla, Institutsleiter für Pflegewissenschaft am IMC Krems, zeigte immer wieder mit den von ihm initiierten Hilfsaktionen auf.

„Seit 2017 arbeiten wir aktiv gemeinsam zusammen – so beispielsweise bei der Hilfe für die Menschen im Moria-Flüchtlingslager auf Lesbos“ Georg Jachan

„Unsere ersten Kontakte knüpften wir 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise, wo Markus am Wiener Hauptbahnhof Hilfe organisierte und ich in Nickelsdorf im Einsatz war“, so Jachan. „Seit 2017 arbeiten wir aktiv gemeinsam zusammen – so beispielsweise bei der Hilfe für die Menschen im Moria-Flüchtlingslager auf Lesbos“ (die NÖN berichtete).

Um administrativ unabhängiger und auch schlagkräftiger zu sein, haben Golla und Jachan mit ihren treuesten Begleitern im Juni den „Verein für weltweite Nothilfe“ gegründet. Das Team Jachan-Golla erhielt sofort Unterstützung von Birgit Walter, Miriam Sommer und Konstantin Berger.

Der Vorstand hat viel vor: Ein Schwerpunkt der Hilfstätigkeit bleibt Rumänien. Im Kreis Arad versorgen die Helfer seit Jahren 14 Dörfer – knapp 10.000 Einwohner – mit Kleidung und Lebensmitteln. „In Arad müssen Familien oft mit 80 Euro im Monat überleben – obwohl dort die Lebenskosten praktisch mit Österreich vergleichbar sind“, schildert Jachan.

Hilfe für Schulen im Iran und in Afghanistan

Unterstützt werden auch Schulprojekte: So wird aktuell ein Schulmöbeltransport von der Gemeinde Eben im Pongau, wo eine Schule neu eingerichtet und die Altmöbel abgegeben wurden, nach Arad organisiert. „Bildung ist wichtig, um den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben.“ Bildungsprojekte werden auch im Iran und in Afghanistan unterstützt – unter anderem im Lager Chaman-e Babrak bei Kabul.

Die Care-Paket-Projekte für Georgien und Pakistan, die während der Corona-Krise gestartet wurden, sollen dauerhaft und nachhaltig fortgeführt werden. Ein Schwerpunkt bei den Tätigkeiten in Pakistan ist, den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben – gegenständlich mit der Tilapia-Fischzucht. Die Aktivisten sind sich einig: „Wenn wir vor Ort helfen, dann müssen die Menschen nicht den gefährlichen und teuren Weg nach Europa riskieren!“

Unterstützung von anderen Hilfsorganisationen

Weiters werden in Pakistan zwei Spitäler, ein Pflegeheim und ein Obdachlosenheim mit Medikamenten, Inkontinenzversorgung, Sondennahrung und Rollstühlen versorgt. Unterstützung dafür kommt auch vom Roten Kreuz, dem Hilfswerk und der Caritas.

Die Feuertaufe hatte der neue Verein im Zuge der neulichen Hagelunwetter und des Tornados im Raum Tschechien und Österreich: „Wir konnten einigen Betroffenen Lkw-Planen zum Abdecken kaputter Dächer organisieren und bekamen eine Sachspende von 300 Kilogramm frischen Brots, das wir verteilen konnten.“

„Aus Rücksicht auf Anrainer und im eigenen Interesse ersuche ich, Sachspenden bitte nicht selbstständig vor dem Lager abzustellen, sondern während der Abgabezeiten zu bringen.“ Georg Jachan

Der Vorstand des internationalen Helfer-Vereins ist über jede Unterstützung dankbar: Dies kann in Form von Sachspenden oder monetären Zuwendungen sein. Abgabetermine im Lager in der Seilergasse in Gföhl werden regelmäßig bekannt gegeben. Eine große Bitte von Jachan: „Aus Rücksicht auf Anrainer und im eigenen Interesse ersuche ich, Sachspenden bitte nicht selbstständig vor dem Lager abzustellen, sondern während der Abgabezeiten zu bringen.“