Pendler: „Todeskreuzung an B37 ist ein Murks“. Ist der neue Verlauf der Fahrspuren eine Falle für Autolenker? Heftige Debatte nach tödlichem Verkehrsunfall.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 01. Januar 2020 (05:49)

„Die zuständigen Stellen des Landes sind über den derzeitigen unhaltbaren Zustand auf der B 37 bei Gneixendorf informiert. Ich ersuche, kurzfristig einen ,runden Tisch‘ einzuberufen“, reagierte der Kremser Stadtchef Reinhard Resch auf den tödlichen Unfall an der neuen, erst vor wenigen Monaten fertiggestellten Kreuzung Gneixendorf Nord, wo sich B 37 (Richtung Zwettl) und B 218 (Richtung Langenlois) gabeln.

Neben einem Sicherheitsausbau zwischen Gneixendorf-Süd (Schnitzel Drive In) samt einem Umbau der dortigen Ampelkreuzung und Gneixendorf-Nord mit Mitteltrennwand – hier ereigneten sich zuletzt zwei schwere Unfälle – taucht immer wieder die Forderung nach Verfügung einer Tempobegrenzung auf 80 km/h auf.

Zuletzt meldeten sich Pendler zu Wort, die diesen Bereich täglich passieren. Mehrere von ihnen halten die neu umgebaute Kreuzung für einen „Murks“ (siehe Skizze!). Exakt an der Stelle, wo sich der aus Langenlois kommende Verkehr Richtung Krems einordnen muss, machen die beiden aus Zwettl kommenden Fahrspuren einen gefährlichen Knick. Umgekehrt würde der Kurvenradius Richtung Zwettl exakt in die Betonleitwand führen. Genau dort mündet ebenfalls eine (kurze) Beschleunigungsspur in die B 37, wodurch sich ein „Flaschenhals“ bildet. Und exakt hier müssen geradeaus fahrende Pkws stark nach links lenken.

NÖN-Leser-Meinung bei Tempo 80 geteilt

Als zusätzliches Hindernis werden Langsamfahrer gesehen. Darüber hinaus sollte der landwirtschaftliche Verkehr in der Stoßzeit komplett von der Bundesstraße verbannt werden.

In der vorwöchigen Umfrage der NÖN zum Thema B 37 gab es eine klare 90-Prozent-Mehrheit für einen Mittelteiler südlich der neuen Kreuzung. Exakt die Hälfte derer (rund 45 %) wollen zusätzlich auch sofort eine 80-km/h-Beschränkung in diesem Bereich.

Umfrage beendet

  • Braucht die B 37 auf Höhe Gneixendorf einen Mittelteiler?


Auf Gutachter, die die Situation beurteilen sollen, setzt Polizei-Bezirkskommandant Manfred Matousovsky. „Ich bin kein Freund davon, einfach das Tempo herunterzusetzen. Das ist kein Allheilmittel. Man muss sich zuerst anschauen, ob Unfälle auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Nur dann macht es Sinn.“ Er verweist darauf, dass viele Unfälle durch Ablenkung (oft in Kombination mit Raserei) passieren. Die Situation mit den Beschleunigungsstreifen sieht Matousovsky nicht als Problem: „Das ist gut gelöst. Sich auf Beschleunigungsspuren einordnen zu müssen, ist für Kfz-Lenker Standard.“

Klar spricht sich der Bezirkspolizeichef für die Errichtung einer Mitteltrennung der vier Fahrspuren aus: „Das wird ja schon lange gefordert, und dadurch wäre ein hohes Maß an Sicherheit zu erreichen.“

Jetzt wird von den vielen regelmäßigen Benützern der B 37 gespannt auf das Handeln der Landesverantwortlichen gewartet …