Sorge um Arzt-Bereitschaft in Gföhl. Bürgermeister der Region mit praktischen Ärzten in offenem Dialog über Bereitschaftsdienste an Sonn- und Feiertagen. Ärzte & Patienten mit Neuregelung unzufrieden.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 21. August 2019 (12:08)
G. Mayerhofer
Die praktischen Ärzte Johannes Horak (Lichtenau) und Veronika Baumgartner (Rastenfeld) sind mit den Regions-Bürgermeistern Josef Graf (Krumau), Franz Aschauer (Jaidhof), Gerhard Wandl (Rastenfeld), Ludmilla Etzenberger (Gföhl) und Andreas Pichler (Lichtenau) in einem konstruktiven Dialog, um Bereitschaftsdienste weiterhin zu gewährleisten (v. l.).

Nach mehreren Rückfragen von Gemeindebürgern, warum es an manchen Wochenenden keinen lückenlosen Bereitschaftsdienst eines praktischen Arztes mehr gibt, suchten die Bürgermeister der Region den Dialog mit den betroffenen Ärzten.

Grund ist ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs, das die geltende Regelung aus den Kassenverträgen zur verpflichtenden Teilnahme an Bereitschaftsdiensten aufgehoben hat. Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) und die Ärztekammer bemühten sich um eine Neuregelung: Man setzte fortan auf die Freiwilligkeit der Ärzte.

Die Allgemeinmediziner des Sprengels Gföhl, der die Gemeinden Gföhl, Jaidhof, Krumau, Lichtenau, Rastenfeld und Albrechtsberg – und somit sechs praktische Ärzte – umfasst, sehen Mängel in dieser neuen Regelung: Die Bereitschaft für Wochenenddienste unter den Ärzten ist weiter gesunken – Gründe sind die ausufernde Bürokratie und die nach Meinung der Ärzteschaft schlechte Honorierung.

Entgelte sollen erhöht werden

„Mit der Wochenenddienst-Pauschale von 150 Euro kann ich meine Fixkosten nicht abdecken. Ein Betrieb ohne Assistenz ist nicht möglich, diese muss aber mit Wochenend-Zuschlägen bezahlt werden“, so eine betroffene Ärztin.

Der NÖGKK ist die Thematik bewusst – sie verweist darauf, dass der derzeitige Stand noch als Übergangsregelung zu betrachten ist. In einem ersten Schritt wurden die Entgelte für Wochenenddienste erhöht – das Honorar für Visiten sogar um mehr als 80 %. Bei den Verhandlungen mit der Ärztekammer wurde auf eine Neuvereinbarung der verpflichtenden Teilnahme aller Kassenärzte an Bereitschaftsdiensten abgezielt, was aber aufgrund vereinzelter Uneinigkeiten in der Ärzteschaft nicht möglich war.

An einem Kompromiss wird gearbeitet. Die Ärztekammer verweist wie die NÖGKK auf die Neuregelung ab 2020, bei der auch Spitals- und Wahlärzte die Möglichkeit bekommen, freiwillig Wochenenddienste zu leisten.