Auf Fußgänger am Knoten Gneixendorf „vergessen“. Trotz millionenschwerer Neugestaltung des Knotenpunkts Gneixendorfs fehlt nach wie vor ein Gehsteig.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 11. Dezember 2019 (11:19)
Der Weg quer über den Kreisverkehr ist für Günter Chalupa keine angenehme Herausforderung.
NOEN

Günter Chalupa ist angefressen. Der Gneixendorfer geht schon seit Jahren gerne in den Weingärten des Kremsfelds spazieren oder isst im Gasthaus des nicht weit entfernten Flugplatzes zu Mittag.

Die Strapazen, um dorthin zu kommen, nahm der Pensionist immer in Kauf. Schließlich hört der Gehsteig mit der Ortstafel von Gneixendorf abrupt auf. Ein rudimentär vorhandener Gehweg entlang der Gneixendorfer Hauptstraße führte Chalupa auf jenen Begleitweg der Langenloiser Straße (B 218), der ihn zu seinen geliebten Spazierstrecken bringt.

Als im Vorjahr der sieben Millionen Euro teure „2 + 1 Ausbau“ der Bundesstraße 37 zwischen Gneixendorf und Stratzing begann, hegte Chalupa Hoffnung, dass der Gehsteig aus Gneixendorf hinaus verlängert wird. Dem sollte aber nicht so sein. Tausende Quadratmeter neuer Flächen für Autofahrer entstanden, die schwächsten Verkehrsteilnehmer gingen leer aus. „Auf den Fußgänger ist vergessen worden“, fällt Chalupas Urteil eindeutig aus.

„Das ist kein Kremser Gebiet mehr. Das gehört schon zur Gemeinde Stratzing.“Alfred Scheichel

Dabei sei die Querung des Kreisverkehres noch das geringere Problem. „Nur unter Lebensgefahr“ sei es möglich, vom Begleitweg der Bundesstraße 218 zum Flugplatz zu gelangen, sagt Chalupa. Er muss dafür die ungesicherte Bundesstraße, auf der in diesem Abschnitt Tempo 70 herrscht, überqueren.

Ist bei der Planung des Multi-Millionen-Projekts tatsächlich nicht an die Fußgänger gedacht worden? „Doch“, sagt Gerhard Fichtinger vom NÖ Straßendienst. „Allerdings wurde das von der Gemeinde nicht weiterverfolgt.“ Und Gehwege seien schließlich Gemeindesache. Aus Fichtingers Sicht stellt sich auch die Frage nach dem Bedarf. „Wie viele Leute gehen dort wirklich?“ Chalupa hat darauf eine klare Antwort. „Nicht nur Spaziergänger, sondern auch viele Jogger!“

Alfred Scheichel, Verkehrsstadtrat von Krems, kennt Chalupas Anliegen. „Ich würde einen Gehsteig da hinauf jedenfalls begrüßen.“ Woran scheitert es dann, wo doch die Errichtung in der Gemeindezuständigkeit liegt? „Das ist kein Kremser Gebiet mehr. Das gehört schon zur Gemeinde Stratzing.“